DAS VOLK DES BUCHES: im Ghetto

02.12.2011                      06.Kislev. 5772

Judentum:

DAS VOLK DES BUCHES: im Ghetto

Die Ghetti und andere Ansammlungen jüdischen Lebens waren Mittelpunkte intensiver Geschäftigkeit, in denen die Flamme des Wissens unaufhörlich glimmte. Mehr als das: Ihre kollektive Existenz spiegelte genau das "Volk des Buches" wieder.

Über Hunderte von Jahren des Exils und des Drangsals lebten die Juden mit ihren Büchern und entsprechend ihrer Bücher, die sie von Generation zu Generation weitergaben, und mit denen sie ihren Verstand und ihre Gedankengänge schärften. Sie setzten für sich selbst Anführer fest, die Gelehrte der Heiligen Bücher waren, was mitbegründet dadurch war, dass die anderen Schauplätze menschlichen Tuns für die Juden verschlossen blieben. So blieben die Geschehnisse im Ghetto ohne oder nur mit geringer Teilnahme von draußen. Und umgekehrt hatten die Juden am Leben außerhalb der Ghettos kaum Anteil. Sie bewahrten eine Tradition. Sie widerstanden dem Unheil und überlebten, was mit Bewunderung betrachtet werden muß. Doch sie wurden daran gehindert, größere Schritte außerhalb ihres Milieus zu unternehmen, Kontinente zu entdecken, neue Kunststile zu schaffen, Städte zu bauen, Seewege zu finden, die Wirtschaft zu verändern oder Krieg zu führen. Und doch gab es hier und dort einen Hoffnungsschimmer jenseits der Ghetto-Mauern, und auch in den Jahren der größten Not gab es Männer, deren Leistungen großen Einfluss hatten, sogar auf die feindlich gesonnene Welt außerhalb der Ghettos….