Das zweite Zuhause der Wiener

11.11.2011                      14.Cheschwan. 5772

Weltkulturerbe:

Das zweite Zuhause der Wiener

Die traditionsreiche Kaffeehauskultur gehört jetzt zum Unesco-Weltkulturerbe – eine überfällige Entscheidung. Früher literarischer Salon, heute kostenloser Internet-Anbieter: Die Wiener Cafés waren stets gesellschaftlicher Hotspot.

Im Kaffeehaus", sagte der scharfzüngige österreichische Erzähler Alfred Polgar einmal, "im Kaffeehaus sitzen Leute, die alleine sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen." Und damit traf Polgar auch schon den Kern dessen, was die Wiener Kaffeehäuser so speziell macht.
Sie dienen im Grunde dazu, ungestört den eigenen Gedanken nachzuhängen. Eine Auszeit von der großstädtischen Hektik einzufordern. Sie bieten Raum, den stillen Beobachter zu spielen, um die bunte Vielfalt der Gäste und ihre Verhaltensweisen zu studieren….
Im Wiener Café Landtmann an der Ringstraße diskutierte Theodor Herzl mit Zeitgenossen die Idee eines Judenstaates, des politischen Zionismus, der 1948 in Form des modernen Staates Israel Realität wurde. Weltpolitik bei Melange und Sachertorte….