Der jüdische Arbeitsmediziner Meyer-Brodnitz

14.02.2014                      14.Adar I.5774

Biografie:

Der jüdische Arbeitsmediziner Meyer-Brodnitz

“Die Sozialhygiene, das war seine Berufung”

„Ein englischer Gelehrter hat einmal die Berufskrankheiten das traurige Privileg der Arbeiterschaft genannt. Neben den übrigen Nachteilen ihrer sozialen Lage hat die Arbeiterschaft unter den speziellen Gesundheitsschädigungen zu leiden, welche die Eigenart des Produktionsprozesses und die verwendeten Materialien verursachen“, schrieb Franz Karl Meyer-Brodnitz 1927 einleitend in seinem Aufsatz „Die Berufskrankheiten“. In diesem Text untersuchte er das Einatmen von feinen Stäuben und wies eine erhöhte Sterblichkeit durch Tuberkulose bei den Arbeitern nach. Erst 1925 hatte der Deutsche Reichstag ein Gesetz zu den Berufskrankheiten auf den Weg gebracht. Insbesondere wurden Erkrankungen durch den Einfluss von diversen chemischen Substanzen wie Blei, Phosphor, Quecksilber, Arsen, Benzol und Schwefelkohlenstoff zur Kenntnis genommen. Der engagierte Arbeitsmediziner Dr. Meyer-Brodnitz sah es als seine Lebensaufgabe an, die Forschung über gesundheitliche Risiken und die Verbesserung des Arbeitsschutzes voranzubringen….