Der Mann aus dem Autobus der Linie 203

16.12.2011                      20.Kislev. 5772

Eichmann-Entführung:

Der Mann aus dem Autobus der Linie 203

Reliquien des Eichmann-Prozesses: Eine Ausstellung in der Knesset zeigt der Öffentlichkeit erstmals Dokumente und Gegenstände aus dem Fundus des Geheimdiensts Mossad.

Der Massenmörder verspätet sich, und seine Häscher beginnen nervös zu werden. War ihr Opfer gewarnt worden? Die israelischen Geheimagenten hatten Ricardo Klement alias Obersturmbannführer Adolf Eichmann lange genug observiert, um zu wissen, wie genau er es mit seiner Routine nimmt. Täglich um 19.40 Uhr steigt Eichmann aus dem Bus der Linie 203, läuft mit einer Taschenlampe in der Hand einige Schritte, um dann in die Garibaldi-Straße einzubiegen, wo er mit seiner Frau und vier Söhnen seit einigen Jahren lebt. Doch ausgerechnet an diesem 11. Mai 1960 lässt Eichmann auf sich warten. Der erste Bus hält gar nicht an der Haltestelle, auch aus den nächsten zwei Bussen steigt niemand, der jener Person auf den Bildern ähnelt, die Zvi Aharoni zwei Monate zuvor heimlich mit einer getarnten Kamera aus einem Lastwagen heraus gemacht hatte….