Der Westen und sein Traum von Israel

27.02.2012                      04.Adar. 5772

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Der Westen und sein Traum von Israel

Der in den Niederlanden lebende ehemalige Direktor des Leo-Baeck-Institutes in Jerusalem vertritt die These, in Europa und Nordamerika grassierten seit dem 19. Jahrhundert teils romantisch verklärte, teils realpolitisch motivierte „Wunschbilder“ über „Israel“ und den Zionismus.

Während Daniel Cil Brecher 2005 in seiner autobiografischen Abrechnung „Fremd in Zion“ zu ergründen suchte, warum er seiner israelischen Heimat den Rücken gekehrt hat, geht er in der vorliegenden Essay-Sammlung der Frage nach, warum sich – spiegelbildlich zu israelischen Gründungsmythen – auch im Westen ein von Projektionen und Traumbildern geprägtes Verhältnis zum zionistischen Projekt in Palästina entwickelt habe.
Ein romantisierendes Narrativ stieß erstmals im Nachgang zur Balfour-Erklärung von 1917 auf größere Resonanz, wenngleich die Motivlage nicht unterschiedlicher hätte sein können. Denn es waren keineswegs nur westliche Regierungen oder prozionistische Strömungen, die emphatisch ihre Sympathien mit „den Juden“ und mit dem zionistischen Projekt beteuerten; auch die Gegner des Zionismus trugen zur Mythologisierung der Debatte bei, indem sie den kolonialen Charakter und die vermeintliche Illegitimität der Gründung Israels wie Monstranzen vor sich her trugen….