Drei Biografien: Den letzten Rest der Würde bewahren

11.11.2011                      14.Cheschwan. 5772

Politische Bücher:

Drei Biografien: Den letzten Rest der Würde bewahren

Drei Autobiografien, herausgegeben von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, machen aus unterschiedlosen Opfern wieder individuelle Schicksale.

Die Diskussion über die Einzigartigkeit des Holocaust hat das grausige Geschehen in eine bestimmte Perspektive gezwungen. Das Singuläre sehen wir in der systematisch-industrieförmigen Massenhaftigkeit des Mordens. Jede „Relativierung“ wurde mit ebendieser Kategorie zurückgewiesen. Sie hat sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt. Auch das Berliner „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ soll durch die Massenhaftigkeit der Stelen und durch die industriehaft-systematische Anordnung beeindrucken.
Doch unter diesem seriell strukturierten Feld arbeitet eine Gedenkstätte, der „Ort der Information“, der einer anderen Perspektive Raum schafft. Er bietet dar und veröffentlicht jetzt auch eindrucksvoll bebilderte Biographien von Juden, die so einer doppelten Ungerechtigkeit entrissen werden: nichts als Opfer zu sein, die überdies im kollektiven Tod untergegangen sind. Mit Bedacht gelesen, können sie uns von einer verbreiteten Vorstellung abbringen, die nicht nur diesen Massenmord ermöglicht hat, sondern auch heute noch den Antisemitismus grundiert….