Erinnerung an 61 ermordete Hungener

11.11.2011                      14.Cheschwan. 5772

Gedenkveranstaltung:

Erinnerung an 61 ermordete Hungener

Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof.

Nach Eli Wiesels Gedicht „Mutter und Tochter“, vorgetragen von den Schülerinnen Monique Reckow und Anna-Maria Brouwer, herrschte gestern Abend Schweigen rund um den Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof. Die Menschen gedachten der Hungener Juden, die am 10. November 1938 verhaftet, deportiert und ermordet worden waren. Mindestens drei Männer und Frauen aus Hungen starben, wie Mutter und Schwestern des jüdischen Schriftstellers in Auschwitz: Binchen Wallenstein, Samuel Gerendasi und Kathinka Katz.
Wiesels Prosagedicht schildert, wie eine Mutter und ihre achtjährige Tochter in Auschwitz ankommen, wie das kleine Mädchen über die Schornsteine und den Feuerschein am Himmel staunt, wie die Mutter seine Frage „Werden sie uns wehtun?“ bejaht, aber wie sie auch ihrer Tochter versichert „Sie werden uns nicht trennen“. Die von der Arbeitsgemeinschaft Spurensuche organisierte Gedenkveranstaltung wurde von der Gruppe „Liederlich“ musikalisch umrahmt. Sie erinnerte an die Verbrechen, die in Hungen einen Tag später als der angeblich „spontane Volkszorn“ in den meisten anderen deutschen Städten verübt worden waren. Ingrid Meybohm erinnerte daran, dass der Bürgermeister damals gemeldet hatte „Hungen ist judenfrei“. Bis zur Befreiung der Konzentrationslager waren 61 Juden, die in der Stadt gewohnt hatten, ermordet worden….