Hamborger Jung mit Kamera

06.02.2014                      06.Adar I.5774

Jens Huckeriede:

Hamborger Jung mit Kamera

Mit Dokumentarfilmen, mit Installationen und Aktionen hat Jens Huckeriede an das jüdische Leben in Hamburg erinnert. Unkonventionell, konsequent ließ er Viele teilhaben an seinem leidenschaftlichen Einsatz gegen das Vergessen. Am 8. Dezember starb er, unerwartet, plötzlich, mit 64 Jahren an Herzversagen.

„Er hatte noch viel vor“, wie die Kinderhäuser Sterni-Park auf der Trauerkarte für das Mitglied ihrer Geschäftsleitung erklärten. Jens Huckeriede wirkte schon seit 1982 im Kinderhaus Heinrichstraße mit, aus dem heraus sich Stern-Park gegründet hat. Zu diesem Zeitpunkt erhielt das 1976 als Eigeninitiative gegründete Kinderhaus Heinrichstraße nach jahrelangen Konflikten endlich staatliche Förderung. Zuvor war es in Hamburgs Springerpresse als „rote Kaderschmiede für die ganz Kleinen“ und deshalb angeblich nicht förderungswürdig bezeichnet. Das ging zurück auf die in Hamburg regierende SPD, welche die Berufsverbote gegen KommunistInnen damals auf die Kindererziehung ausweitete und dem Kinderhaus städtische Gelder verweigerte, denn, so der damalige Bürgermeister Hans-Ulrich Klose, nachdem er beim Inlandsgeheimdienst nachgefragt hatte: Es sei seine „verdammte Pflicht und Schuldigkeit“, immer wieder darauf hinzuweisen, „dass dieses Projekt eine im wesentlichen vom Kommunistischen Bund getragene Einrichtung ist“. Mit dem Engagement des KB hatte Klose Recht, aber warum dürfen KommunistInnen keine Kinder erziehen?….