Kommentar: Ist Schweigen vielleicht doch Gold?!

22.08.2013                      16.Elul.5773

Hintergrund:

Kommentar: Ist Schweigen vielleicht doch Gold?!

Aufgabe demokratisch gewählter Politiker ist es, Interessen zu vertreten. Doch welche Interessen vertreten führende Amerikaner und Europäer, wenn sie sich im furchtbar blutigen Alltag des „arabischen Frühlings“ Gehör zu verschaffen suchen? Haben sie die Folgen im Blick, die ihre Nahostpolitik in jüngster Vergangenheit zeitigten?

Durch den Sturz Saddam Husseins haben die Amerikaner den Irak der fundamentalistisch-islamistischen Republik Iran quasi auf dem Silbertablett präsentiert. Statt Frieden und Sicherheit müssen die Bewohner des Zweistromlandes heute täglich Autobomben und Selbstmordattentäter ertragen. Allein im Fastenmonat Ramadan haben dort mehr als 670 Menschen ihr Leben durch Gewalt verloren. Ihnen wird der Luxus des Mitgefühls der Weltöffentlichkeit ebenso vorenthalten, wie Tausenden Toten, die der syrische Bürgerkrieg zeitgleich forderte – angeblich, weil kein „akuter Handlungsbedarf“ besteht. Die Handlungen, die sich zumeist in eloquenten Worthülsen und Aufrufen zu Dialog, mehr Besonnenheit und Mäßigung erschöpfen, bleiben Brennpunkten vorbehalten, die wichtiger sind – wobei unklar bleibt, warum in letzter Zeit Kairo wichtiger ist als Damaskus oder Bagdad….