Nahostkonflikt als Alltag

29.01.2014                      28.Schwat.5774

Auslandspraktikum:

Nahostkonflikt als Alltag

Ein Student hat ein Praktikum in einem israelisch-palästinensischen Think Tank gemacht. In Jerusalem. Näher kann man dem Nahostkonflikt wohl nicht kommen.

An der israelischen Grenze holt mich die Realität ein. Gestern noch saß ich in einem überfüllten Hörsaal, heute dagegen muss ich stundenlange Security Checks über mich ergehen lassen. "Wann fährst du nach Gaza?", fragt der israelische Sicherheitsbeamte und wirft mit arabischen Worten um sich. Dass ich weder Arabisch spreche noch nach Gaza fahren werde, scheint er nicht verstehen zu wollen. Also wiederhole ich meinen Satz auf Hebräisch. Das verwirrt ihn noch mehr. "Du siehst nicht deutsch aus", sagt er. Ein ungewöhnlicher Name, Hebräisch, deutscher Pass. Ein Buch des israelischen Schriftstellers Amos Oz in meiner linken Hand bringt das Fass beinahe zum Überlaufen. Doch dann lächelt er. "Ich verstehe, du bist jung und willst die Welt retten. Du willst etwas Gutes für die deutsch-jüdischen Beziehungen tun. Das ist super. Du weißt, wir Juden hatten in der Vergangenheit so unsere Probleme mit den Deutschen." Er zwinkert mir zu, reicht mir meinen Pass und heißt mich in Israel willkommen….