Ratio zwischen Recht und Religion

20.07.2012                      01.Aw. 5772                      Rosch Chodesch

Streit um das Beschneidungsurteil:

Ratio zwischen Recht und Religion

Viele Juden und Muslime empfinden es als Anmaßung, dass ein Gericht die Beschneidung von Kindern als Straftat bewertet. In einer Gesellschaft, in der die Rechte des Einzelnen einen so hohen Stellenwert haben wie in Deutschland, müssen sich aber alle dieser schwelenden Debatte stellen. Ein Plädoyer für eine sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Kölner Urteil.

Als "eklatanten Eingriff" in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften bezeichnet es der Zentralrat der Muslime in Deutschland, und für den Zentralrat der Juden ist es ein "unerhörter Akt": Das Urteil der Kölner Richter, eine Beschneidung aus religiösen Gründen sei eine Straftat, wird von vielen Juden und Muslimen als Anmaßung wahrgenommen, als massiver Angriff auf die Religionsfreiheit im Allgemeinen und ihre Religion im Besonderen. Selbst christliche Würdenträger und Funktionäre sind empört und auch viele Künstler und Journalisten stellen sich an ihre Seite….