Ringvorlesung Goethe

02.07.2015                     15.Tammus 5775

Ringvorlesung:

Goethe und die Juden

Vortrag mit  Professor Dr. Gerhard Sauder (Neuere deutsche Literaturwissenschaft | Mitherausgeber der Münchner Ausgabe der Werke Johann Wolfgang Goethes)

am 06.Juli.2015  um  19:00 Uhr

Festsaal Rathaus St. Johann
Am Rathausplatz
66111 Saarbrücken

Veranstaltet und organisiert wird die literaturwissenschaftliche Ringvorlesung von Privatdozent Dr. Sikander Singh und Dr. Manfred Leber in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Goethe hat das Alte Testament sein Leben lang als großes Werk bewundert – auch das jüdische Volk, dessen positive Eigenschaften noch „fortlebend“ seien. Aber der Kontrast zwischen den großen Ahnherren und den Enkeln trete zutage – der neueste „Schacher- und Wuchertrieb“ verstöre. In seiner Kindheit und Jugend hat Goethe jüdisches Leben im Frankfurter Ghetto beobachtet und lernte Jiddisch und Hebräisch. In Weimar hat er nur vereinzelt mit Juden zu tun. Die Kontakte mehren sich seit den 90er Jahren durch Besucher und in den böhmischen Bädern. Die Achtung vor der mosaischen und jeder positiven Religion bestimmt sein Urteil. In seiner Vorstellung von einem weltimmanenten Göttlichen bleibt er bei Spinoza. Die jüdischen Geschichtsbücher sind ihm eine Schatzkammer für sein Werk. Ausführlicher wird eingegangen auf die „Judenpredigt“, das Fragment vom „Ewigen Juden“, „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, die „Novelle“ und den Divan-Text „Israel in der Wüste“.