Siegfried Ostrowski

13.04.2012                      21.Nissan. 5772                     Schwii schel Pesach; Tag 6 des Omer

Zum 125. Geburtstag:

Siegfried Ostrowski

Siegfried Ostrowski wurde am 13. April 1887 in eine ostpreußische Kaufmannsfamilie hineingeboren. Nach der Schulausbildung studierte er Medizin in Berlin. Nach seiner Approbation 1914 ließ sich Ostrowski zum Chirurg ausbilden und arbeitete zunächst als Assistenzarzt am Städtischen Krankenhaus Berlin-Moabit. Später übernahm er den Chefarztposten am Städtischen Hospital Berlin-Buch beziehungsweise in Berlin-Mitte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Mediziner aus dem öffentlichen Dienst entfernt und arbeitete fortan als niedergelassener Arzt sowie an der Poliklinik der Jüdischen Gemeinde bis zum Entzug der Approbation im Jahre 1938. Anschließend übernahm er als „Krankenbehandler“ die chirurgische Abteilung am Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde Berlin. „Die Auswanderung vieler leitender Ärzte der Gemeindepoliklinik – oder ,Krankenhilfe‘, wie sie sich jetzt nur noch nennen durfte – und der Poliklinik des Krankenhauses machte eine geregelte Arbeit infolge des dadurch hervorgerufenen häufigen Personalwechsels natürlich äußerst schwierig“, erinnerte sich Siegfried Ostrowski. Nach dem Pogrom von 1938 suchten viele Opfer der Novembernacht sowie ins Konzentrationslager Oranienburg-Sachsenhausen Verschleppte ärztliche Hilfe im Jüdischen Krankenhaus. „Die Zahl der Einlieferungen wuchs andauernd. Zunächst wagte kaum einer von ihnen zu sprechen, geschweige denn zu erzählen, was man ihnen angetan hatte“, notierte Doktor Ostrowski. „Zahlreiche Kranke, Verstümmelte und Misshandelte passierten das Jüdische Krankenhaus Berlin, das Behandlungszentrum für die in Deutschland verbliebenen Juden und der einzige Zufluchtsort für die vielen Leidenden war.“…