Vortrag Ruth Frenk: Musik im KZ Theresienstadt

31.01.2014                      30.Schwat.5774                      Rosch Chodesch 1

Vortrag:

Am Montag, den 3. Februar 2014 um 19.00 Uhr:

Ruth Frenk, Konstanz

"Musik im KZ Theresienstadt"

im Mittelfoyer des Staatstheaters Saarbrücken, in Kooperation mit dem Staatstheater.

Ruth Frenk ist in den Niederlanden geboren und studierte zunächst an den Universitäten Amsterdam und Genf. Anschließend ging sie nach New York und schloss ihr Gesangsstudium an der Manhattan School of Music erfolgreich ab.

Nach mehreren Jahren als Konzertsängerin (Mezzosopran) in den USA, Kanada und Israel kam sie nach Europa zurück und verfolgte ihre Karriere in vielen Städten Deutschlands, den Niederlanden, Österreich, Italien und der Schweiz weiter.

Parallel dazu fing sie mit dem Unterrichten an. Als Gesangspädagogin war sie u.a. an der Musikschule Konstanz, dem American Institute of Musical Studies, Graz, dem Istituto di Musica ‘G. Verdi‘, Asti, sowie am Seminar "History, Music and Memory" in Israel tätig.

1986 nahm sie ihre erste Schallplatte auf, 1988 folgte eine Rundfunkaufnahme beim Südwestfunk, 1990 die CD „Jewish Songs“ und 1991 die CD „Der letzte Schmetterling“.

Als Gesangspädagogin ist sie international tätig. So gab sie 2010 Masterclasses und Vorträge in Jerusalem, Salzburg und Riga/Lettland. Sie gab Sprechkurse und lehrte Performing Technique an der Zeppelin University, Friedrichshafen.

Von 2006 – 2013 war sie Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Deutscher Gesangspädagogen. Sie ist  im Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. und seit 1992 Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft  Arbeitsgemeinschaft-Bodenseeregion.

"Kulturwille ist Lebenswille – Das Vermächtnis der Komponisten im KZ Theresienstadt"

Wie konnte es Komponisten selbst unter den unmenschlichen Bedingungen des KZs gelingen, lebensfrohe Musik und Lieder zu komponieren, einzustudieren und aufzuführen? Vielleicht, weil der künstlerische Ausdruck für Menschen ein Grundbedürfnis ist. In der Zwangsgemeinschaft des KZs Theresienstadt war fast die gesamte jüdische Kulturelite versammelt. Gelehrte aller Wissensgebiete, Künstler, Theaterleute, Literaten, Musiker, gewaltsam herausgerissen aus ihrem normalen Leben, fanden sich hier mit den Massen alter Menschen im gemeinsamen Elend vereint.

Kultur gab es in Theresienstadt anfangs nur im Untergrund, da zunächst jede kulturelle Betätigung noch illegal und mit Strafen bedroht war. Als das Lager zum "jüdischen Siedlungsgebiet" deklariert wurde, erreichte fast alles, was als Kultur bezeichnet werden konnte, eine halblegale Grauzone, um dann Anfang des Jahres 1944 – zu propagandistischen Zwecken – völlig legalisiert zu werden.

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Komponisten Karel Berman, Hans Krasa, Pavel Haas u. a. sowie mit den Kabaretttexten u. a. von  Leo Strauss und Karel Svenk.