Aktuelles vom 11-07-2015

11.07.2015                     24.Tammus 5775                      Pinchas; Schabbat Mewarchim

Neue Nachrichten:

London:

Großbritannien holt tausende Tunesien-Urlauber nach Hause

Tausende britische Touristen in Tunesien haben sich auf den Heimweg gemacht, nachdem das Außenministerium in London seine Reisewarnung verschärft und einen weiteren Terroranschlag in dem nordafrikanischen Land als „hochwahrscheinlich“ bezeichnet hatte. Die Reiseveranstalter versuchten nun, die britischen Urlauber „so schnell wie möglich“ aus dem Land zu bringen, sagte eine Branchensprecherin am Freitag in der BBC. Irland folgte der Reisewarnung am Freitag. Die tunesische Regierung zeigte sich „überrascht“ und hielt der britischen Regierung vor, mit ihrer Entscheidung den Terroristen in die Hände zu spielen. Der tunesische Premierminister Habib Essid kündigte am Freitag „Konsequenzen“ an….


Teheran:

Massenproteste gegen Israel und Saudi-Arabien

Im Iran demonstrieren zum Al-Kuds-Tag Hunderttausende gegen Israel. Bei den Protesten wird diesmal auch der saudischen Königsfamilie der Tod gewünscht. Ein ganz anderes Thema ist ebenfalls präsent. Hunderttausende Menschen sind am Freitag im Iran zu Protesten gegen Israel auf die Straßen gegangen. Zu den landesweiten Demonstrationen hatte die Regierung anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages aufgerufen. Gleichzeitig mit den Demonstrationen wurden diesmal in Wien die Nuklearverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) fortgesetzt….


Gut essen und trinken:

Wein, Fisch und Falafel

Wer Israel kulinarisch entdecken will, kann auf amüsante Überraschungen zählen. Aufgrund der vielen Einwanderer aus allerlei Ländern sind Rezepte und Gerichte hier so vielfältig wie kaum anderswo. Klare Ansage“, sagt der Taxifahrer, während er seinen Mercedes mit offenem Fenster Tel Avivs nächtliche Ausgehmeile, die Allenby Street, hinaufjagt und dann mit quietschenden Reifen an der Ecke Ben Yehuda Street in Richtung Mittelmeerstrand abbiegt. „Klare Ansage: Eure Berliner Dönerschneidemaschinen sind die besten, 1A-Qualität. Jeder Israeli, der Berlin besucht, schwärmt von den Döner-Kebabs, also habe ich mich entschlossen, hier ein Geschäft aufzumachen, unter den Arkaden in der Ibn Gvirol Street – mit deutscher Technik. Komm ruhig mal vorbei !“….


Geschichte:

A.B. wie Antibavaricus

Revolution, Gegenrevolution und Judenhass: Ein neu entdecktes Tagebuch von Victor Klemperer über die Münchner Räterepublik von 1919. „Umwerfend. Ich habe Derartiges noch nicht in deutscher Sprache gelesen.“ Mit diesen Worten läutete Marcel Reich-Ranicki im „Literarischen Quartett“ vor genau zwanzig Jahren die große Rezeption von Victor Klemperer ein. Auch Reich-Ranickis eigene Autobiografie „Mein Leben“, die 1999 erschien, mag durch die damalige Klemperer-Rezeption womöglich mit beflügelt worden sein….


Fastenbrechen:

Gehört der Ramadan zu Deutschland?

Deutschlands Politiker gefallen sich darin, mit Muslimen während des Ramadan das Fastenbrechen zu feiern. Das ist gut so, meint Raoul Löbbert, Religion braucht Gastfreundschaft. Volker Resing hält dagegen: Die Politik darf den Glauben nicht für ihre Zwecke instrumentalisieren….


Reportage:

Die Helfer und der Tod

Den Kampf gegen Polio halten viele Menschen in Pakistan für einen Kreuzzug gegen den Islam. Impfhelfer werden häufig ermordet. Unterwegs mit Menschen, die für die Gesundheit der Kinder ihr Leben riskieren. Abida Khalid trägt die kleine Kühlbox versteckt unter einem Tuch. Mit schnellen Schritten folgt sie dem engen Weg durch die verwinkelten Gassen. Für einen Fremden ist dies ein undurchschaubares Labyrinth. Aber Frau Khalid kennt sich aus in diesem Viertel von Lahore. Von der verstopften, mit Abgasen verpesteten Hauptstraße ist sie gerade abgebogen. Und nun geht sie rechts, links und wieder links. Nun hat die junge Pakistanerin die Malik Street erreicht. Falls sie Angst verspürt, so zeigt sie es nicht….


Gedenken:

Gedenktafel erinnert an die Eisenacher Zeit von Avital Ben-Chorin

Als Erika Fackenheim wurde Avital Ben-Chorin 1923 geboren. Sie konnte dem Terror des Nazi-Regimes entfliehen. Ihre Eltern und Großeltern hatten nicht dieses Glück. Nun soll an die Verbrechen erinnert werden. „Wir wollen nicht nur an die traurige und schlimme Geschichte erinnern, die dieses Haus erlebt hat, sondern auch das zeigen, wofür die einstige Bewohnerin des Hauses, Avital Ben-Chorin, steht: Versöhnung.“ Mit einigen Gästen, darunter Schwester Elisabeth, die einst mit Avital Ben-Chorin die Grundschule in Eisenach besucht hat, weihte Diako-Geschäftsführer Michael Lein die neue Gedenktafel ein. Sie ist im Foyer des Gebäudes Schmelzerstraße 14 zu finden, wo Avital Ben-Chorin bis 1936 mit ihrer Familie lebte. Heute ist dort die Außenwohngruppe der Diako für Schwerstmehrfachbehinderte zu finden….


Nagold:

„Stachel sein in der Geschichte“

Es ist eine Begegnung mit dem letzten der alteingesessenen Juden der Region, wie er sich selbst bezeichnet. Fredy Kahn ist Arzt in Nagold. Geboren in Baisingen. Wohnen tut er heute allerdings in Tübingen. Von wo aus der knapp 68-Jährige auf ein ambivalentes Leben von sich und seiner Familie zurückblickt. Noch praktiziert Fredy Kahn in seiner Nagolder Praxis für Allgemeinmedizin. Weil er wie viele seiner Kollegen im ländlichen Raum keinen Nachfolger findet. Wirklich weggekommen sei er hier eigentlich nie, „obwohl auch mir alle Türen offengestanden haben.“ Nur während des Studiums in München und Mannheim sowie während seiner Facharzt-Ausbildung in Karlsruhe habe er mal anderswo gelebt. Aber als seine Eltern 1978 und 1980 kurz nacheinander starben, sei er zurückgekommen. Um hier zu leben und zu arbeiten. Irgendwie scheint Fredy Kahn selbst nach einem Grund dafür zu suchen, warum eigentlich. Es habe schon etwas mit Trotz zu tun, sagt er nach einigem Überlegen. „Stachel zu sein in der Geschichte.“ Zu zeigen, „dass es damals nicht gelungen ist, alle Juden in Deutschland zu vernichten.“ Zu zeigen, „dass doch auch wir eigentlich ganz normale Menschen mit ganz normalen Leben sind.“….


80. Geburtstag von Jacques Derrida:

Ein doppelter Außenseiter

Als weißer Franzose und Jude hatte Jacques Derrida während seiner Kindheit in Algerien keinen leichten Stand. Bis heute erscheine ihm das „Gefühl des Jüdischseins“ zugleich „machtvoll und labil“, so der französische Philosoph. Vor 80 Jahren wurde Derrida geboren….


Al-Quds-Tag:

„Aufruf zum Juden-Mord“

Am Samstag ziehen Demonstranten durch die Wiener Innenstadt, um anlässlich des Al-Quds-Tags zur Befreiung Palästinas aufzurufen. Schon am Tag davor sorgte die Veranstaltung für Aufregung. Der Club der Freunde Israels kritisiert, dass in einem mittlerweile gelöschten Posting zum Mord an Juden aufgerufen wurde und spricht sich gegen die Veranstaltung aus….


Ausbildung:

Deutsch-Unterricht an israelischen Schulen

Erstmals wird das Fach Deutsch an israelischen Schulen als Wahlpflichtfach im Regelunterricht eingeführt. Der Generalsekretär der Deutschen Kultusministerkonferenz nannte dies eine „bemerkenswerte Entwicklung“. Der israelische Bildungsminister, Naftali Bennett, und der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, sowie die Gesandte der Deutschen Botschaft Tel Aviv , Monika Iwersen, unterzeichneten dazu bereits am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung in Jerusalem. Die „Joint Declaration of Intent“ enthält daneben auch die Durchführung von Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) in Israel….


Verwirrend:

Die UNESCO und die Altstadt Jerusalems

Die UNESCO verhandelt über einen arabischen Antrag, der israelische Bauarbeiten in der Altstadt Jerusalems kritisieren soll. Israel mahnt, die Weltkulturorganisation dürfe die jüdisch-christlichen Bezüge zur Stadt nicht ignorieren. Die Altstadt Jerusalems mitsamt Grabeskirche und Tempelberg wird es bald nicht mehr geben – das zumindest suggerieren Medienberichte zu dem Thema. Der amerikanische TV-Sender CNN präsentiert auf seiner Webseite 25 der meistgefährdeten Bauwerke und Kulturdenkmäler der Welt. Dabei wurde die Altstadt Jerusalems als erstes Beispiel vorgestellt. Laut UNESCO habe kein zweites Monument der Welt so lange auf der Liste der „meistgefährdeten Kulturstätten“ gestanden, vermerkt der Nachrichtensender in der Bildunterschrift. Millionen Menschen hätten die Heilige Stadt Jerusalem besucht, aber die „Bemühungen, sie zu bewahren, bewegen sich nur ganz langsam“, heißt es dort weiter. CNN empfiehlt, diese gefährdeten Stätten umgehend zu besuchen, denn bald könnten sie verschwunden oder zerstört sein….


Gesellschaft:

Von der Feuerstelle zum Gasherd

Anfang Mai sind in Jerusalem und Tel Aviv Tausende Äthiopier auf die Straßen gegangen, um gegen Rassismus zu demonstrieren. In Israel fühlen sie sich benachteiligt. Innerhalb weniger Jahre musste die Gruppe, oft aus ländlichen Gegenden, einen riesigen Schritt in Richtung Moderne gehen. Die Gemeinschaft der äthiopischen Juden, die „Beta Israel“, versteht sich als Nachkommen des verlorenen Stammes Dan. Außerdem gibt es die „Falaschmura“. Diese Juden konvertierten aufgrund von Verfolgung und wirtschaftlicher Benachteiligung im 19. und 20. Jahrhundert von Beta Israel zum Christentum. 1950 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz, das Juden ein Recht zur Rückkehr und auf ein Leben in Israel sowie die israelische Staatsbürgerschaft zusichert. Der damalige Oberrabbiner Ovadia Josef entschied 1973, dass dieses Gesetz auch für die äthiopischen Juden gelte….


Interview:

„Wir alle wissen, dass der Iran die Hisbollah unterstützt”

Die fünf Vetomächte in der Uno sowie Iran und Deutschland verhandeln über Irans nukleare Strategie. Die US-Politikwissenschaftlerin Haleh Esfandiari spricht im Interview über das iranische Atomprogramm, die Haltung der persischen Gesellschaft gegenüber dem Westen und ihre Zeit in iranischer Gefangenschaft….


Ausstrahlung verboten:

Regierung sperrt den neuen Fernsehsender „Palästina 48“

Der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, hat verfügt, den palästinensischen Fernseh-Kanal „Palästina 48“ für die nächsten sechs Monate zu sperren. Der Kanal, der von der Palästinensischen Autonomiebehörde finanziert wird, wurde im vergangenen Monat überwiegend in den arabischen Teilen der israelischen Stadt Nazareth gesehen. Erdan ist der Meinung, dass durch den Sender „Israels Souveränität zu Schaden kommen“ könne….


Sicherheit:

„Kein Gefangenen-Austausch mit der Hamas“

Israel wird keine Hamas-Häftlinge auf freien Fuß setzen, um sie gegen die beiden Israelis auszutauschen, die derzeit offenbar im Gazastreifen festgehalten werden. Das war von Vertretern der Sicherheitsbehörden zu erfahren. Auch die Hamas erklärte, sie werde nicht über einen Austausch verhandeln, „bevor alle Palästinenser wieder auf freiem Fuß sind, die 2011 im Austausch für Gilad Shalit freigelassen wurden und nun wieder im Gefängnis sitzen.“ Währenddessen bangt die Mutter des vermissten Avraham Mengistu um das Leben ihres Sohnes….


Video des Tages:

Die messianische Immanuel-Gemeinde

Gut drei Viertel der Bevölkerung Israels sind Juden. Damit ist Israel der einzige Staat der Welt, in dem Juden die Mehrheit der Einwohner bilden. Aber sind Juden, die an Jeschua oder Jesus als den versprochenen Messias glauben, weiterhin Juden? Oder werden sie automatisch zu Christen? Mit solchen Fragen sieht sich David Lazarus konfrontiert, der Leiter der Immanuel-Gemeinde im Tel Aviver Stadtteil Yaffo….

Hier das Video!


Aliya:

Just another marriage that ends in divorce, or happily ever after?‏

My friend David Lasday has been living in Israel for seven years, around twice as long as I have, and has been doing amazing things. He founded a group called Bring It In, which pairs sports volunteering with professional development to train young men and women to be cultural ambassadors for Israel. He’s also the Netanya director of Hoops for Kids, which uses sports as a development tool, and he’s one of the leaders of the movement to bring lacrosse to Israel….


Haniyehs Versprechen:

‚The naval blockade in Gaza will soon end‘





Speaking on Friday, Hezbollah chief Hassan Nasrallah called on all those who support the Palestinian cause to rally behind it’s sponsor and ideological backer, Iran. In the speech, published on Lebanese news sites,  Nasrallah claims that „Iran’s enemies are the enemies of Jerusalem. “ He further  commemorated Iran on International Quds day, and called the Islamic Republic and its support for „resistance movements“ the „only hope left for this region, after God“….


Hamas:

‚No negotiations regarding possible swap for missing Israelis‘

A senior Hamas figure on Friday said that the Islamist organization has not been involved with any negotiations concerning  two Israeli citizens said to be currently held captive in Gaza, Maan news reported Friday.  „Israel must pay for everything,“ said Hamas official Ismail Radwan, who did not confirm the presence of the two Israeli nationals in Gaza, but who claimed that his organization would only broach the subject if Jerusalem first agrees to release Palestinians who have been rearrested in previous prisoner swaps….


Ankündigung:

Netanyahu announces ‘roundtable dialogue‘ between non-Orthodox and government

Prime Minister Benjamin Netanyahu announced on Thursday night that “roundtable discussions” will be opened between the leadership of the non-Orthodox Jewish denominations in Israel and members of the government, in a forum that will be chaired by Cabinet Secretary Avichai Mandelblit and Jewish Agency Chairman Natan Sharansky. The move comes after a large swathe of Jewish organizations and leaders from the US fiercely criticized comments made by the Minister of Religious Services and Shas MK David Azoulai who said on Tuesday during an interview with Army Radio that he could not refer to Reform Jews as Jews….


Vermisster Israeli:

‚Affair of missing Ethiopian-Israeli in Gaza smells of racism‘

Meretz leader Zehava Gal-On wrote a scathing rebuke Friday of Prime Minister Benjamin Netanyahu’s representative who threatened the Mengistu family whose 26-year-old son Avera has been missing in Gaza since September. A gag order was lifted on Thursday that prevented publication of the details of the Mengistu case as well as the details of missing Israeli-Beduin who is also missing in Gaza….


Polen:

Rare Holocaust-era hideout preserved near Warsaw

Polish officials registered a rare hideout used by Jews during the Holocaust as national monument. The hideout in Rekowka, a village situated 90 miles south of Warsaw, was used by two non-Jewish families, the Skoczylas and Kosioróws, for sheltering several Jews in 1942, according to the Holocaust commemoration organization From the Depths, which facilitated the registration process until its completion this week….


Teheran:

As Iran talks continue in Vienna, Israel, US flags, burn in streets of Tehran

As world powers in Vienna continued talks with Iranover its nuclear program for the fifteenth straight day, demonstrators took to the streets in the Islamic Republic Friday in anti-Israel protests. Millions of Iranians took part in the protests in „cities across the country“  to mark International Quds (Jerusalem) Day, Iran’s Fars news agency reported. Iranian protesters burned Israeli, American, Saudi Arabian, and British flags in Tehran to mark the day….


Sicherheit und Verteidigung:

Lebanese army claims Israeli drone crashes in sea

The Lebanese army said an Israeli drone crashed into the sea off the port of the northern coastal city of Tripoli on Saturday. A Lebanese security official said that the army was searching the area surrounding the city’s port. Lebanon routinely claims Israeli aircrafts enter its sovereignty and reports of Israeli flights over Lebanon are common – however, the reports are rarely confirmed by Israel….


Kairo:

Blast leaves one dead outside Italian consulate in Cairo

A huge explosion occurred in front of the Italian consulate in central Cairo,Egypt on Saturday, killing one person, the health ministry and security officials said, raising the possibility that Islamist militants could open a new front against foreigners. A security official told Reuters the blast was caused by a car bomb. State news agency MENA cited a senior security source as saying preliminary investigations indicated that a bomb was placed under a car near the consulate and remotely detonated….