Aktuelles vom 19. März 2016 – 9 Adar II 5776 – Wajikra – Paraschat Sachor

Neue Nachrichten:

Yossi Vardi:

Mr. Tech verschwendet keine Zeit

An einem Tag tummelt er sich noch auf der „South by Southwest“-Konferenz im texanischen Austin, am nächsten Morgen ist er schon früh auf der Cebit in Hannover unterwegs. Dann Thailand, China, ein paar Tage zu Hause in Tel Aviv und weiter nach San Francisco: Yossi Vardi lebt in der „Cloud“, wie er selbst sagt. Nicht in der digitalen Wolke, in der Unternehmen große Mengen von Daten speichern, nein, in der echten. Denn ständig sitzt er im Flugzeug – und das im Alter von 73 Jahren….


Bestseller: „Er ist wieder da“

Hitler in Israel

Ein Verleger und ein Schriftsteller fahren durchs Land, um Werbung für ihr Buch zu machen. Was sie vorhaben, ist eigentlich Wahnsinn, denn das Land heißt Israel, und das Buch heißt „Er ist wieder da“. Es ist die Hitlersatire des deutschen Autors Timur Vermes, ein Ultra-Mega-Bestseller, mehr als zwei Millionen Mal verkauft, in vierzig Sprachen übersetzt. Als der deutsche Verlag die Rechte nach Israel verkaufen wollte, fragte er alle wichtigen Literaturverlage dort. Alle lehnten ab. Weil die Geschichte im Buch ja so geht, dass Hitler aus der Hitlerperspektive erzählt, wie er nach knapp siebzig Jahren auf einer Berliner Brache erwacht, leicht orientierungslos noch, aber fest entschlossen, wieder Führer des deutschen Volkes zu werden. Zu heikel, fürchteten die israelischen Verleger….


Religiöse Trinksitten:

Erst Prost und dann Amen

Alkoholverbot? Man kann ja einmal versuchen, sich zurückzuversetzen in die Zeit, als der islamische Religionsstifter Mohammed gerade anfing, sich einen Namen zu machen. Und sich ausmalen, auf wie viel Begeisterung die Idee stieß. Arabien in der Spätantike, das ist kein Ort der Askese, Syrien und Palästina gelten zu dieser Zeit als die Weinländer schlechthin. Ägypten, Mesopotamien – selbst das trockenere Jemen hält sich auf seine hochwertigen Weine etwas zugute, 78 Rebsorten zählt der Geograf Ibn Rusta dort allein in der Region der heutigen Hauptstadt Sanaa. Die Riojas und Merlots ihrer Zeit heißen al-Schamsi („der Sonnige“, dessen Gärung man durch Sonneneinstrahlung verstärkt hat), al-Schamul („vom Nordwind gekühlt“) oder al-Qarqaf („der einen erbeben lässt“)….


Glaubensbekenntnis:

Marion Cobretti

Iraner und Israelis können vortrefflich miteinander tanzen, wenn sie nicht gerade Rohani oder Netanjahu heißen. Ich bin Israeli, und als ich vor vier Jahren nach Berlin kam, fing ich an, Techno-Partys mit meinem iranischen Freund Reza Khani zu veranstalten, den ich hier kennengelernt habe. Wir haben unsKollektiv No Beef genannt. No beef ist amerikanische Umgangssprache für: kein Ärger, kein Streit. Es steht dafür, dass man die Politik hinter sich lassen und sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen soll. No pork würde natürlich auch passen. Iraner und Israelis eint, dass wir beide einer schweinefleischfreien Minderheitsreligion angehören in Berlin….


Daesh(i):

„Sie töten Christen, weil sie Christen sind“

Dass US-Außenminister John Kerry am Donnerstag in Washington vor die Hauptstadtpresse trat, um eine Stellungnahme zur Frage der religiösen Minderheiten in Nahost abzugeben, überraschte. Zwar lief just an diesem Tag die gesetzliche Frist ab, die der Kongress der Regierung im vergangenen Jahr gesetzt hatte, um zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Doch tags zuvor hatte es seitens des Außenamts-Sprechers noch geheißen, das Ministerium werde diese Frist wahrscheinlich nicht einhalten können. Die Materie sei zu komplex und juristisch folgenreich. Der Minister benötige mehr Zeit. Die Kritik folgte auf dem Fuße. Angesichts des politisch zuvor enorm gewachsenen Drucks, den Völkermord an Christen und anderen religiösen Minderheiten wie den irakischen Schiiten anzuerkennen, entschied sich Kerry dann doch für eine fristgerechte Stellungnahme. Einstimmig – angesichts der Washingtoner Grabenkämpfe zwischen Demokraten und Republikanern ansonsten ein eher seltenes Ereignis – hatten 393 Abgeordnete des Repräsentantenhauses am Montag für eine Resolution gestimmt, die den Daesh(i) als völkermörderische Organisation verurteilte….


Hebron:

Palästinenser nach Angriff auf Soldaten im Westjordanland getötet

Ein palästinensischer Jugendlicher ist am Samstag nach Angaben der israelischen Polizei nach einem Angriff auf Sicherheitskräfte im Westjordanland getötet worden. Der 17-Jährige sei erschossen worden, nachdem er am Grab der Patriarchen in Hebron auf einen Grenzsoldaten eingestochen habe, teilte die Polizei mit….


Soldatenspionage:

Unmut über „Breaking the Silence“

Die Organisation „Breaking the Silence“ soll Soldaten laut einem Fernsehbericht insgeheim ausgehorcht haben. Regierung und Opposition verurteilten das Vorgehen. Die armeekritische Organisation „Breaking the Silence“ hat versucht, an Geheiminformationen des israelischen Militärs zu kommen. Das berichtet der israelische Fernsehsender „Kanal 2“. „Breaking the Silence“ habe dazu ihre Leute in entsprechenden Abteilungen der Armee positioniert; zudem habe sie frühere Soldaten mit versteckter Kamera befragt. Die Informationen habe die Organisation für ihre Kampagne gegen die Armee nutzen wollen….


Freunde Israels zu Josef Cap:

Appeasement-Politik der SPÖ gegenüber Iran verfehlt

„SPÖ-Mandatar Josef Cap erweckt in seiner Aussendung zur Einladung von Irans Präsident Rohani in die Hofburg durch den scheidenden Bundespräsident Heinz Fischer den Eindruck, der Iran wäre zunehmend gemäßigt. Diese verfehlte Appeasement-Politik der SPÖ und die Unterstützung eines antisemitischen Regimes sind einer Partei mit starker antifaschistischer Tradition unwürdig“, kritisiert Daniel Kapp, Sprecher des Clubs der Freunde Israels (CdFI). Er erinnert aus diesem Anlass an die aktuelle Politik des Iran:….


„Time“ – Magazin:

Israelis beklagen irreführende Berichterstattung des „Time“-Magazins

Das amerikanische Magazin „Time“ weigert sich seit Monaten, einen unvollständigen Bericht über einen von Israel getöteten Palästinenser zu ergänzen. Der Artikel verschweigt, dass der Mann zuvor drei Israelis ermordet hatte. Der Artikel des „Time“-Magazins vom 15. Oktober 2015 befasst sich mit dem Tod von Baha Alijan. „Alijan, ein Grafik-Designer aus dem überwiegend palästinensischen Viertel Dschabel Mukaber, wurde von israelischen Sicherheitskräften getötet, nachdem er angeblich einen Terroranschlag in Jerusalem verüben wollte.“ Die Überschrift des Artikels lautet „Die Verzweiflung, die junge Palästinenser zur Gewalt verleitet“….


Öko-Dorf Har Amasa:

Israelisch-arabischer Weinanbau überwindet Grenzen

„Ich bin hebräisch, er ist arabisch. Zusammen sind wir semitisch“: Ein ökologisches Weinanbau-Projekt in Har Amasa ignoriert den Grenzzaun und verbindet Israelis mit Palästinensern. Seit beinahe 20 Jahren lebt David BenShabat mit seiner Frau Tali und mit Freunden in Har Amasa. Das Grenzdorf liegt in einer sehr interessanten Gegend, schwärmt er, während er auf der Terrasse vor seinem Haus sitzt und eine Tasse frisch aufgebrühten Verbene-Tee in den Händen hält. „Nach Osten hin beginnt hier die Negev Wüste und die judäische Wüste, es ist sehr nahe zum Toten Meer und es gibt auch noch einen sehr schönen Kiefern-Wald.“….


Glücklich sein und Glück haben:

Eine etymologische Spurensuche

Das Wort Glück hat im deutschen Sprachraum zwei unterschiedliche Bedeutungen. Da gibt es zum einen das Glück in Form des Gefühls Glücklich-Sein und alles was dieses Gefühl auslöst oder bedingt. Zum Anderen gibt es Glück in Form von Glück haben, sowie die Suche nach dieser Art von Glück. Wenn wir uns mit letzterer Definition des Glücks befassen, so denken wir relativ schnell an zahllose Glücksbringer und Aberglauben, die mittels Befolgung oder Vermeidung das Glück sicher stellen sollen. So findet sich das Glück der Erde bekanntlich auf dem Rücken der Pferde oder liegt es doch eher auf der Straße?….


Jüdisches Purimfest:

Wenn trauern, dann laut

Kurz vor dem stillen Feiertag Karfreitag wird es bei Juden so richtig laut: mit Pfeifen, Gebrüll, Klappern und Ratschen. Dabei hat auch Purim ein ernstes Thema. Eine Glosse über das Laute und das Leise in den Religionen. Ein Kollege fragte mich neulich, welche Rolle Stille eigentlich im Judentum spielt. Er dachte wohl an stille Einkehr, stille Feiertage wie den Karfreitag, stilles Gebet und stilles Zu-sich-kommen.  Nichts davon im Judentum. Wir halten nicht die Klappe, sondern reißen sie auf. Wir kommen nicht zu uns, sondern stehen manchmal neben uns. Am Schabbat lassen wir die Arbeit ruhen, dafür quatschen wir umso lauter. Kaum ein jüdisches Gebet lässt wirklich Stille einkehren. Selbst wenn Juden alleine beten, sollen sie die Worte aussprechen. Askese ist unsere Sache nicht….


Bürgerkrieg in Syrien:

Serious players on the Middle East battlefield you probably never heard of

Syria’s devastating civil war is notoriously complex, involving hundreds of factions fighting on the ground and dozens of outside actors seeking to influence the result from a safe distance. At its simplest level the conflict can be viewed as a sectarian clash between the two sides of Islam’s great division – Sunni and Shiite.  While five years of fighting has brought familiarity to many of the main combatant organization to observers around the world, two significant forces — the Sunni Ahrar Al-Sham and Shiite Hazara — are far less known than their impact on the conflict arguably warrants….


Strategiedebatte:

Should Israel launch a preemptive strike against Hamas?

Let’s start from the end. Israel has no intention of launching a preemptive war against Hamas in Gaza ‒ or so senior military and political sources tell The Jerusalem Report. Hamas is not hiding its efforts to regroup and strengthen its military posture following the defeat it suffered in summer 2014, in the 51 days of its third war with the IDF. The Palestinian Islamist movement is once again digging underground tunnels, manufacturing rockets, recruiting troops and smuggling weapons from every possible source via tunnels along the Sinai border….


Terroristen:

‚Nothing fuels terrorism more than lack of hope,‘ ex-Shin Bet chief says

Yuval Diskin, th former head of the Israel Security Agency (Shin Bet), slammed the governing coalition of Prime Minister Benjamin Netanyahu on Friday for failing to provide „hope“ for „frustrated, embittered“ Palestinians who are compelled to commit terrorist attacks. Diskin made the remarks during an appearance on Channel 2’s weekly Friday night news magazine.  Since his tenure as Shin Bet director ended, Diskin has been one of the more vocal critics of Netanyahu and his policies….


Rhode Island:

Transgender activist cancels speech under pressure from pro-Palestinians

An African-American transgender activist canceled her scheduled appearance at the Brown University Hillel after anti-Israel protesters criticized her for speaking under the Jewish group’s auspices. Janet Mock announced Wednesday that she had cancelled her talk scheduled for March 21 at the Providence, Rhode Island Ivy League school, The Brown Daily Herald reported.  Moral Voices, a Jewish student group, had invited her in partnership with the Brown Center for Students of Color, Sarah Doyle Women’s Center, LGBTQ Center, Sexual Assault Peer Educators and other campus groups, along with the Brown/RISD (Rhode Island School of Design) Hillel….


Nepal:

Chabad rabbi rescues Israeli backpackers stranded in Himalayas

A Chabad rabbi in Nepal joined a medical evacuation helicopter he arranged to rescue two stranded Israeli backpackers who were suffering from hypothermia at an altitude of 15,500 feet. Rabbi Chezki Lifshitz, 42, flew with the helicopter crew Tuesday to rescue Maya Butbul and Sharon Nachumi from their predicament on a ridge in the Himalayas, 100 miles from the capital Kathmandu, he told JTA….


Washington:

Merrick Garland emotionally recalls Jewish roots in accepting Supreme Court nomination

New Supreme Court niminee Merrick Garland credited his Jewish grandparents, who he said fled to the US from anti-Semitism in Russia, for putting him in position to be nominated. “My family deserves much of the credit for the path that led me here. My grandparents left the Pale of Settlement at the border of western Russia and Eastern Europe in the early 1900s, fleeing anti-Semitism and hoping to make a better life for their children in America,” he said, choking up Wednesday morning in the White House Rose Garden as he accepted President Barack Obama’s nomination. Born to a Jewish mother and a Protestant father, Garland was raised as a Jew….


Hamas:

Inside Hamas, a bitter and very personal battle for control

When Khaled Mashaal, head of Hamas’s political wing, was interviewed on the France 24 television channel this week, his statements about a possible escalation in Gaza were unequivocal. “Hamas is not seeking war [with Israel]. We are eager to avoid it,” he said. He added that while Iran had supported Hamas in the past, it had reduced its assistance since Hamas came out openly against Syrian President Bashar Assad’s regime. Currently, Mashaal said, Hamas was working to develop additional funding sources….