Aktuelles vom 21-03-2015

21.03.2015                     01.Nissan 5775                      Wajikra: Rosch Chodesch

Neue Nachrichten:

Obama gratuliert Netanjahu:

Nicht vergeben, nicht vergessen

​Der amerikanische Präsident Barack Obama ließ sich zwei Tage Zeit, um Benjamin Netanjahu zum Wahlsieg zu gratulieren. Schon zuvor hatte der am Dienstag wiedergewählte israelische Ministerpräsident in den Vereinigten Staaten eine Medienkampagne gestartet. In mehreren Fernsehinterviews versuchte Netanjahu dem Eindruck entgegenzuwirken, er habe sich im Wahlkampf endgültig von der Zwei-Staaten-Lösung verabschiedet….

 

Wahl in Israel:

Sieg – und nun?

​Vor der Wahl in Israel sah die Lage so aus: Obama und Netanjahu trauen einander nicht über den Weg; der israelisch-palästinensische Friedensprozess ist zusammengebrochen, Washingtons Bemühungen sind gescheitert; die republikanische Kongressmehrheit bietet Netanjahu eine Plattform für Angriffe auf den Präsidenten wegen dessen Iran-Politik. Und nach der Wahl? Netanjahu hat einen fulminanten Sieg errungen, vermutlich auch dank harter Rhetorik gegenüber den Palästinensern – Obama ist aber noch 22 Monate im Amt; und er strebt unbeirrt einen Abschluss mit Teheran in Sachen Atom an (Stichwort „historische Gelegenheit“)….

 

Nach den Wahlen:

Israel droht jetzt ein diplomatischer Tsunami

​Israelische Kommentatoren nannten es den "schnellsten Slalomkurs der Neugeschichte". Noch am Montag, als Benjamin Netanjahu sich mitten in einem politischen Existenzkampf um die Stimmen der israelischen Rechten befand, gelobte er in einer Lawine von Interviews in israelischen Medien, dass er die Entstehung eines Palästinenserstaates als Premier nicht zulassen werde.

Am Mittwoch, einen Tag nach seinem überraschenden, erdrutschartigen Wahlsieg, war er um Schadensbegrenzung bemüht. Nun hagelte es plötzlich Interviews in amerikanischen Medien mit genau der entgegengesetzten Aussage: Nicht sein Einsatz für die Zwei-Staaten Lösung habe sich verändert, sondern die Umstände, die einen solchen momentan nicht zuließen….

 

Israel:

EU-Report warnt vor Gewalt in Jerusalem

​In Jerusalem hat sich ein Klima der Gewalt und Polarisierung von Besorgnis erregendem Ausmaß ausgebreitet. Zu diesem Ergebnis kommen Vertreter der EU-Staaten in Jerusalem in ihrem Jahresbericht, aus dem der britische Guardian zitiert. Demnach sei die Lage seit dem Ende der zweiten Intifada im Jahr 2005 nicht mehr so gefährlich gewesen wie heute. Grund hierfür sei in erster Linie der "systematische" Siedlungsbau in "sensiblen Stadtteilen". Weiter sei in dem Report die Rede von einem "Teufelskreis der Gewalt … der die Realisierbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung gefährde"….

 

Tunesien:

Der Arabische Frühling ist noch nicht verloren

​Tunesier waren, bei aller staatsbürgerlichen Disziplin, immer aufsässig. In Tunesien begann mit der Selbstverbrennung eines Arbeitslosen die arabische Revolte, aus der mit dem Sturz des Tyrannen Ben Ali die Frühlingshoffnungen der Araber entstanden. Tunesiens Islamismus aber erwies sich, einmal in die politische Verantwortung vorgerückt, als demokratieverträglich. Grundlage des heutigen Systems ist eine Art Burgfrieden zwischen Bürgerlichen, gemäßigten Islamisten, linken Pragmatikern und der Wirtschaft….

 

Atomgespräche:

Iran deal or no deal, the global nuclear Pandora’s box has reached a far more dangerous stage

​Doomsday may be closen than we think. With most of the world’s focus on the Iran nuclear negotiations, little attention has been paid to a complete breakdown in the push to limit nuclear weapons proliferation on a scale not seen in years.

Analysts may be correct that a deal which leaves Iran as a nuclear weapons “threshold state” – or a state which has mastered the skills for making nuclear weapons and need only decide to produce one – may expand a nuclear arms race in the Middle East, involving Saudi Arabia, Egypt and others. But the proliferation problem will be there and growing, deal or no deal….

 

Toronto:

Canadian jury finds Tunisian, Palestinian guilty in plot to derail train

​A Canadian jury on Friday found two men guilty of planning to derail a passenger train traveling between Canada and the United States in a plot intended to instill fear and force the two countries to withdraw troops from Muslim lands.

The case against Tunisian postdoctoral student Chiheb Esseghaier, 32, and Raed Jaser, 37, a permanent Canadian resident of Palestinian descent, relied heavily on intercepted conversations between them and an undercover FBI agent….

 

Nach der Wahl:

The Prime Minister's strategists reveal how they seized the election from the jaws of defeat

Ari Harow and Aron Shaviv don’t look or sound like the stereotype of a Likudnik. They are Ashkenazi immigrants from English-speaking countries who live in Modi’in.

Shaviv is a campaign strategist who specializes in Center-Right parties in Europe. Born in Oxford in the UK, he was raised in Canada, Australia and Israel. The Los Angeles-born Harow was Prime Minister Benjamin Netanyahu’s trusted chief of staff until he left the post to help run the campaign. Nevertheless, they helped Netanyahu tap into the psyche of right-wing voters and turn an election that looked hopeless four days before the polls opened into a sweeping victory….

 

Politik & Diplomatie:

Netanyahu's headache – Who will be Israel's next defense minister?

​Naftali Bennet and Avigdor Liberman, the two fierce political rivals who have fought to solidify themselves as leaders of Israel's nationalist camp, are now locking horns for the coveted position of defense minister in Benjamin Netanyahu's next government, Channel 2 is reporting. Neither is willing at this point to concede as coalition talks with Netanyahu's ruling Likud faction are set to get underway next week….

 

Argentinien:

Four charged in attack on Israelis in Patagonia

​A Federal judge in Argentina charged four people under an anti-discrimination law for a January attack on Israeli tourists. Guido Otranto accused four people on March 17 in connection with the attack that he said was motivated by “hatred against a religion and against one nationality”. Otranto fined each of the four approximately $5,700 and required they report to the court monthly until their trial. The judge also imposed restraining orders to protect the hostel where the Israelis were staying when they were attacked….

 

Jemen:

Yemen death toll rises to 137 in aftermath of suicide bombings against Shiite mosques

Suicide bombers killed at least 137 worshipers and wounded hundreds more during Friday prayers at two mosques in the Yemeni capital Sanaa, in coordinated attacks claimed by Islamic State. The attacks on mosques used by supporters of the Shi'ite Muslim Houthi fighters who control the city were the deadliest in a years-long campaign of violence in the country, where Washington has been waging a drone air war against a local branch of the Sunni Muslim militant group al-Qaida….

 

"Friedliebender" Islam:

Islam critic Ayaan Hirsi Ali floats conversion to Judaism

Controversial Islam critic Ayaan Hirsi Ali said that she had previously tried to convert to Judaism and suggested that she might attempt to do so again in the future. At a gathering hosted by Israeli Consul General of New York Ido Aharoni last Thursday, Ali told the crowd that “One day I hope to convert to Judaism,” according to a report by theNew York Jewish Week, adding, “I tried it, but it was very difficult.”….

 

USA – Israel:

Obama liest Netanjahu die Leviten

​Das war nicht der Anruf, den ein israelischer Wahlsieger in der Vergangenheit erwarten durfte. Barack Obama lies Benjamin Netanjahu erst zappeln. Dann las er ihm am Telefon die Leviten. Die Gratulation zur Wiederwahl ging in der unmissverständlichen Botschaft unter, die USA würden ihre Israel-Politik wegen der Positionierung Netanjahus im Wahlkampf auf den Prüfstand stellen. Obama machte klar, seine Regierung werde an der Zwei-Staaten-Lösung festhalten und bleibe entschlossen, den Atomstreit mit Iran auf diplomatischem Weg zu beenden….

 

Atomgespräche:

Iranische Ambitionen

​"Wichtige Punkte" seien in den Atomverhandlungen mit dem Iran weiterhin ungeklärt, umriss der französische Außenminister Laurent Fabius in einem Interview. Trotzdem habe man Fortschritte erzielt. Fabius' iranischer Amtskollege Mohammad Javad Zarif bestätigte die Einschätzung. In einigen Fragen stünde man kurz vor einer Einigung, während in anderen noch Differenzen bestünden. Ein namentlich nicht genannter US-Delegierter zweifelt zwar daran, dass ein Durchbruch, wie ursprünglich anvisiert, bis Ende März zu erreichen sei, kündigte aber an, beide Seiten bemühten sich, bis dahin zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. "Iran muss noch einige sehr harte, aber notwendige Entscheidungen treffen, um den weiterhin bestehenden erheblichen Vorbehalten hinsichtlich seines Atomprogramms entgegenzuwirken", sagte der Delegierte in einem Gespräch mit der Agentur Reuters….

 

Sachbuch:

Gespenstischer Neuanfang

Wie versteinert treffen die Delegationen aufeinander. Kein Wort fällt, kein Handschlag. In seinem Buch zeichnet der Historiker Dan Diner die Unterzeichnung des "Wiedergutmachungsabkommens" zwischen Israel und der BRD nach und zeigt dessen politischen Dimensionen auf.

Mehrmals täglich überqueren Flugzeuge das Mittelmeer, um Deutsche nach Israel und Israelis nach Deutschland zu transportieren. Die Kontakte beider Länder sind vielfältig und alltäglich – auf politischer, wissenschaftlicher, ökonomischer und kultureller Ebene. Da mag es verwundern, wie bemüht hierzulande mit Veranstaltungen und Festakten gefeiert  wird, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten in ihr fünfzigstes Jahr gehen….

 

​Interview:

„Israelis sind glücklich, aber nervös“

Der Psychologe Ofer Grosbard äußert sich im Interview über den Ausgang der Wahl in Israel, die Angst vor dem Terror und was Europa von Israel lernen kann. "Herr Grosbard, Benjamin Netanjahu und das rechte Lager haben diese Woche erneut die israelischen Parlamentswahlen gewonnen. Überraschend für Sie?"

"Nicht wirklich, seit 1977 hatte Israel – bis auf wenige Jahre – fast durchgängig konservativ-rechte Regierungen. Das liegt zum einen daran, dass die religiösen Juden, eine große Gruppe, traditionell rechts wählen. Netanjahu ist der starke Führer, den sie suchen. Außerdem hat Netanjahu das Thema Sicherheit betont. Er hat Ängste geschürt, dass ohne ihn keiner dem Iran die Stirn bieten wird."….

 

Türkismühle:

So viel trennt Religionen gar nicht voneinander

Bundesweiter Wettbewerb soll Schubladendenken abbauen.

Beim Wettbewerb „Trialog der Kulturen“ setzt sich die Gemeinschaftsschule in Türkismühle (GNT) für Toleranz zwischen den Religionen ein. In Zusammenarbeit mit der Herbert-Quandt-Stiftung informierten vier jüdische und muslimische Referenten über ihre Kultur, Religion und Geschichte….

 

Baden:

"Glaube rechtfertigt keine Gewalt"

​Die Internationalen Wochen gegen Rassismus haben begonnen. Mit Aktionen und Veranstaltungen sollen sie auf Anfeindungen gegen Ausländer und Religionen aufmerksam machen und eine klare Gegenbewegung demonstrieren. Auch in Lörrach werden diese Wochen gewürdigt – Bürgermeister Michael Wilke besucht die DITIB- und die Fatih-Moschee. Er nimmt an den Freitagsgebeten teil und spricht danach über das Thema Rassismus….

 

Deutsch-Jüdischer Familienroman:

"Alle Nähe fern" von André Herzberg

​Der Sänger einer DDR-Rockband gerät nach dem Mauerfall in eine Krise und entdeckt die Identität seiner Vorfahren für sich, das Judentum: André Herzberg hat einen Roman über ein Jahrhundert Familiengeschichte geschrieben….

​Für den Diwan hat Stefan Berkholz "Alle Nähe fern" von André Herzberg gelesen. Zu hören ist seine Besprechung in der Sendung am Samstag, 21. März 2015 ab 14.05 Uhr auf Bayern 2 (Wiederholung 21.05 Uhr).

 

Heidegger:

Wo "Geschick" waltet, darf keine Schuld sein

​Die neueste Lieferung der "Schwarzen Hefte" ist gruselig. Es wimmelt von "Grimm", dem "Bösen", "Bösartigen", von "Grausamkeit", "verbrecherischem Wahnsinn", "Selbstvernichtung", "Kz", "Gaskammern", vom "Hinmorden" usw. Es liegt uns hier ein Zerrspiegel der deutschen Geschichte von 1942 bis 1948 vor, aus dem uns die Maske eines unversöhnlichen Nazidenkens angrinst. Ein "Spiegelspiel", wie Heidegger dies selber nennt. Doch gehen wir Schritt für Schritt vor….

 

Der Himmel sei mir gnädig:

Das Misshandelte-Frau-Syndrom

Der Himmel sei mir gnädig, ich hatte keine Ahnung, dass Netanyahu zum vierten Mal als Premierminister gewählt werden würde. Ich hatte auch nicht im Traum daran gedacht, dass der Wahltag zu einem Yom Kippur für die Meinungsforscher werden würde, deren Hochrechnungen die Menschen mit dem Gedanken zu Bett gehen ließ, die Zionistische Union von Herzog und Livni läge gleichauf mit dem Likud − um dann doch wieder mit Netanyahu als Premierminister aufzuwachen. Ein weiterer Sieg würde Netanyahu zum Premierminister mit der längsten Amtszeit in der Geschichte des Landes machen. David Ben Gurion dreht sich vermutlich in seinem Grab herum….

 

Wissenschaft:

Einzigartige Maske des Gottes Pan gefunden

Eine weltweit einzigartige Bronzemaske des Gottes Pan haben Forscher der Universität Haifa in den Golanhöhen entdeckt. Sie ist deutlich größer als vergleichbare Funde aus der entsprechenden Epoche.​…

 

ESC:

Israel beschwert sich über ungarischen Beitrag

Beim diesjährigen Eurovision Song Contest tritt Ungarn mit einem Anti-Kriegs-Lied an. Auch der Gaza-Konflikt vom vergangenen Sommer wird darin thematisiert. Darüber hat sich Israel beschwert.​…

 

Streit um Palästinenserstaat:

Obama erwägt Abkehr vom engen Bündnis mit Israel

​Erst wetterte der israelische Premier Benjamin Netanyahu gegen einen möglichen Palästinenserstaat, dann erklärte er ihn doch wieder zum politischen Ziel. US-Präsident Barack Obama hat von diesem Hin und Her nun anscheinend genug: Er zieht Medienberichten zufolge einen radikalen Kurswechsel in den Beziehungen zur Regierung in Jerusalem in Betracht….

 

Israel – USA:

Will Washington Israel bestrafen?

​Obwohl sie dies öffentlich nicht zugeben will, scheint die US-Regierung mit Benjamin Netanjahus Wiederwahl unzufrieden zu sein. Drei Tage mussten erst vergehen, bis Obama den Wahlsieger in Israel angerufen und ihm gratuliert hat. Zunächst hat lediglich der amerikanische Staatssekretär John Kerry Netanjahu im Telefongespräch zum Wahlsieg gratuliert….

 

Frankreich:

Iran nuclear deal must guarantee Islamic Republic cannot get atomic bomb

​France's foreign minister said on Saturday that his country wanted an agreement over Iran's nuclear program that was sufficiently robust to guarantee that Tehran could not acquire an atomic bomb. "France wants an agreement, but a robust one that really guarantees that Iran can have access to civilian nuclear power, but not the atomic bomb," Laurent Fabius told Europe 1 radio….

 

Nach der Wahl:

Electoral strides in the Haredi and Arab sectors come at a cost, internal division and suspicion

​At 10 Tuesday night at the headquarters of the Joint (Arab) List in Nazareth’s industrial zone, a crowd of expectant hundreds issued a collective groan. A few moments later, they shouted in joy.

The Zionist Union had not garnered more votes than the Likud, as polls had forecasted it would in the days leading up to elections for the 20th Knesset. Hence the groan. Arab voters would probably not be given the chance to recommend Isaac Herzog to President Reuven Rivlin as the man who should form the next government coalition….

 

Regierungsbildung:

Political upstart Kahlon plays hardball with Netanyahu in coalition talks

​Moshe Kahlon, the Likud defector who led his newly established Kulanu Party to 10 seats in parliament, is preparing a series of demands in what promises to be difficult coalition talks with Prime Minister Benjamin Netanyahu. According to Israeli television, Kahlon will demand that Netanyahu also invite his rival and erstwhile finance minister Yair Lapid into the government….

 

​Höchst einseitige UN:

UN women's rights panel singles out Israel in one-sided resolution

The United Nation Commission on the Status of Women adopted a resolution on Friday singling out Israel for its treatment of Palestinian women while failing to mention regimes with far more egregious records on women's rights. Israel was the only country mentioned in a report titled "Situation of and assistance to Palestinian women," whose recommendations were adopted by a huge majority….

 

Autor zu Hause angegriffen:

Assailant attacks 'leftist traitor' Israeli author Yehonatan Gefen

​Yehonatan Gefen, one of Israel's most prominent authors, was assaulted by an unidentified man in his home in Beit Yitzhak, not far from Netanya, local media are reporting. The assailant allegedly knocked on the door of Gefen's home. When Gefen opened the door, the man allegedly punched him in the face and threw eggs at him….