Als der Grüne Hügel braun war

21.07.2012                      02.Aw. 5772                      Matot-Massei

Antisemitismus in Bayreuth:

Als der Grüne Hügel braun war

In Briefen ist von "Köpfungslisten" die Rede: Bayreuth ließ sich freiwillig zur Hochburg nationalsozialistischer Propaganda umfunktionieren. Erstmals wird nun in einer Austellung gezeigt, welches Ausmaß der Antisemitismus gegen jüdische Künstler bei den Festspielen hatte – auch schon lange vor Hitlers Machtübernahme.

Ein Traum, sagt der Historiker Hannes Heer, wäre es gewesen, diese Ausstellung auf dem Grünen Hügel präsentieren zu dürfen. Deshalb habe er auch nachgefragt, ob er in die Dokumentation "Verstummte Stimmen – Die Bayreuther Festspiele und die 'Juden' 1876 bis 1945" womöglich im Festspielhaus einführen dürfe. Aber soweit geht die neue Offenheit an Bayreuths Hügel dann offenbar doch nicht. Gerade liefen Generalproben – immerhin fangen am Mittwoch die Festspiele an – wurde ihm vom Haus beschieden, da könnte so etwas schon stören. So sitzt Heer nun also unten in der Stadt, im Neuen Rathaus, und spricht darüber, wie es jüdischen Künstlern ergangen ist. Damals, als der Grüne Hügel braun war….