Anspruchsvolles Land

12.08.2011                      12.Aw-Elul, 5771

Judentum:

Anspruchsvolles Land

Parascha 393. Ansprache für Freitag, den 12. August 2011 (WaEtchanan)

Nach dem Elend der Sklaverei und den Entbehrungen der Wüstenwanderung steht das Volk Israel in den Bibelabschnitten aus dem fünften Buch Mose, die in diesen Wochen in der Synagoge gelesen werden, endlich an der Schwelle zum gelobten Land. Wie eine Beschreibung Utopias mussten die Worte von Moses in den Ohren seines erschöpften Volkes klingen: „Der Herr, dein Gott, bringt dich in ein schönes Land, in ein Land mit Wasserbächen, mit Quellen und Strömen, die in der Ebene und im Gebirge entspringen, in ein Land mit Weizen und Gerste, mit Wein und Feigen und Granatäpfeln, in ein Land mit Oliven und Honig, in ein Land, in dem du dein Brot nicht kümmerlich isst, in dem es dir an nichts fehlt, in ein Land, dessen Steine aus Eisen sind, und aus dessen Bergen du Erz schlägst“ (Deut 8, 7-9). Dann vergleicht er das Land Israel mit dem Land, aus dem das Volk Israel gerade kam: „Das Land, in das ihr zieht, um es in Besitz zu nehmen, ist nicht wie das Land Ägypten, aus dem du kommst, dass du, wenn du deinen Samen ausstreutest, mit deinem Fuß, wie einen Gemüsegarten, bewässern konntest. Das Land, in das ihr zieht, um es in Besitz zu nehmen, ist ein Land mit Bergen und Tälern, durch den Regen des Himmels trinkt es Wasser, ein Land, für das der Herr, dein Gott, sorgt; ständig sind die Augen des Herren, deines Gottes, darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres“ (Deut 11, 10-13)….