Araber und westliche Staaten so nah wie selten

22.03.2011                      16.Adar ll, 5771

Analyse:

Araber und westliche Staaten so nah wie selten

Bevor der Westen in Libyen eingriff, standen Gaddafis Chancen auf eine Eroberung der Städte, in denen die Rebellen die Kontrolle übernommen hatten, nicht allzu schlecht.

Er hätte dort zwar immer wieder mit kleineren Aufständen rechnen müssen, aber einen skrupellosen Machtmenschen wie Oberst Muammar al-Gaddafi schreckt diese Aussicht nicht ab. Doch jetzt ist alles anders. Die Rebellen klagen zwar immer noch über Angriffe seiner Truppen. Doch jeder außer Gaddafi selbst glaubt nun, dass seine Tage an der Macht gezählt sind. Bestenfalls wird er sich noch eine Weile in Tripolis verschanzen können.
Die Araber und der Westen – das war in den vergangenen zehn Jahren eine schwierige Beziehung voller Misstrauen, Vorurteile und religiöser Empfindlichkeiten. Vor allem die Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak haben dieses Verhältnis belastet. Umso erstaunlicher ist es, dass jetzt ausgerechnet eine weitere westliche Militäroperation die Araber, Amerikaner und Europäer zusammenschweißt. Selten waren sie sich so einig, wie bei der Entscheidung für ein Eingreifen zugunsten der Aufständischen in Libyen….