Arabische Schmerzen

16.01.2012                      21.Tewet. 5772

Neue Machthaber in Tunesien und Ägypten:

Arabische Schmerzen

Angesichts der neuen arabischen Realitäten besteht in Europa und Amerika zwar kein Anlass für übermäßige Begeisterung – aber auch kein Grund zur Panik. Die neuen Regierungen in Tunesien und Ägypten sind angewiesen auf den Westen.

Ernüchterung im Westen: Es scheint, als habe es sich beim „arabischen Frühling“ um einen arabischen Wutanfall gehandelt, der Ergebnisse zutage fördert, die wenig vertrauenerweckend sind. Nach dem Ende überkommener Regime werden gewählte Islamisten in Tunesien und Ägypten maßgeblich an neuen Verfassungen mitschreiben – sehr wahrscheinlich auch in Libyen. Sie werden eine neue Außenpolitik formulieren. In Ägypten, wo die (sich als gemäßigt beschreibenden) Muslimbrüder triumphieren, sind die radikalen Salafisten, die Demokratie und Frauenwahlrecht für unislamisch halten, als zweitstärkste Kraft stärker als das gesamte liberale Lager….