Arendt in Jerusalem

09.04.2011                      05.Nisan, 5771

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Arendt in Jerusalem

Am 11. April 1961 trat Adolf Eichmann vor seine Richter. Anlass genug, erneut über die "Banalität des Bösen" nachzudenken.

Es wird Zeit, sich mit Hannah Arendt nüchtern zu befassen. Seit Jahren steht die Philosophin unter Denkmalschutz, wird kaum gelesen, aber viel zitiert. Nahmen anfangs viele an der These von der "Banalität des Bösen" Anstoß, so entwickelte das Wort allmählich ein Eigenleben. Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht wiedergekäut würde – beim Münchener Prozess gegen Iwan Demjanjuk, der im Vernichtungslager Sobibor gewütet haben soll, genauso wie in den Berichten über die Kriegsverbrecher auf dem Balkan. Heute kann in Den Haag selbst der übelste Mordbube vor seine Richter treten, er wird immer einen Beobachter finden, der in ihm die Verkörperung der "Banalität des Bösen" sieht….