Bedrohung in der vollendeten Gegenwart

10.10.2011                      13.Cheschwan. 5772

Irans Atomprogramm:

Bedrohung in der vollendeten Gegenwart

Die IAEA trägt in ihrem Bericht viele Hinweise zusammen, die vermuten lassen, dass Iran zielstrebig an Atomwaffen gearbeitet hat. Neue Erkenntnisse sind rar. Doch die Gesamtschau ergibt ein deutliches Bild.

Für das diplomatische Kunststück, das Yukiya Amano vollbringen wollte, fügte es sich, dass Englisch die Arbeitssprache der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist. Der seit fast zwei Jahren amtierende Generaldirektor der Wiener UN-Behörde, frustriert vom Stillstand im Atomstreit mit Iran und bedrängt von den Vereinigten Staaten, wollte alle Zweifel zerstreuen, dass Iran nach Kernwaffen strebt – aber er wollte nicht derjenige sein, der Israel oder anderen einen Kriegsgrund liefert.

Die Lösung lag im „present perfect“, jener Zeitform, die hierzulande „vollendete Gegenwart“ heißt: „Die Informationen weisen darauf hin, dass Iran Tätigkeiten ausgeführt hat, die für die Entwicklung einer nuklearen Sprengvorrichtung bedeutsam sind“, lautet ein entscheidender Satz in dem Bericht, den Amano am Dienstagabend in Umlauf brachte….