Bereschith: Die Naturwissenschaft kann helfen, den Schöpfungsbericht zu verstehen

18.10.2011                      20.Tischrei. 5772                       Chol Hamo'ed 4

Judentum:

Bereschith: Die Naturwissenschaft kann helfen, den Schöpfungsbericht zu verstehen

Der Beginn der Tora, »Bereschit bara«, ist ein faszinierender Text, der die Schöpfung unseres Universums beschreibt. Darin kommt oft die Wendung »wajehi erew, wajehi boker« (es wurde Abend, und es wurde Morgen) vor.

Hier entsteht ein logisches Problem, weil der Tag und die Nacht aus der Sicht des Menschen aufgrund des Sonne-Mond-Zyklus definiert werden. Doch beide Himmelskörper tauchen erst am vierten Tag auf. Trotzdem wird dieser Begriff schon bei den ersten drei Tagen benutzt.
Dieses Problem wird unterschiedlich angegangen. Der mittelalterliche Denker Nachmanides, genannt Ramban, verstand es schon im 13, Jahrhundert folgendermaßen: »Erew« (Abend) wird so genannt, weil an ihm die Gestalten vermischt waren. »Boker« (Morgen) wird so genannt, weil der Mensch sie auseinanderhalten kann. Mit anderen Worten: Erew ist ein Gemisch der Elemente, das einen gezielten Prozess durchlaufen muss, um eine klar definierte Gestalt zu bekommen. Erew ist ein Potenzial, Boker ein Ergebnis. Und dazwischen? Eine stufenweise Entwicklung. (Natürlich benutzt Ramban das Wort Evolution nicht, aber Darwin interessanterweise auch nicht)….