Bileams Prophezeiung

07.07.2011                      05.Tammus, 5771

Judentum:

Bileams Prophezeiung

Parascha 387. Ansprache für Freitag, den 8. Juli 2011:

In der Wüste war eine junge, freie Generation von Israeliten herangewachsen, bereit das Land Israel einzunehmen. Von den Nachbarn verlangten sie bloß freies Geleit, doch das wurde ihnen verwehrt und sie mussten sich den Weg freikämpfen (Num 20,14-22; 21,21-23). Den zwölf um das Zeltheiligtum gescharten Stämmen Israels eilte der Ruf der Unbesiegbarkeit voraus. Die Bibel schildert die Angst der Moabiter, einem Volk, das auf ihrem Weg im Ostjordanland zwischen der arabischen Wüste und dem toten Meer siedelte: „Da fürchtete sich Moaw sehr vor dem Volke, weil es so zahlreich war, und es graute Moaw vor den Söhnen Israels“ (Num 22, 3). Die Moabiter suchten Rat bei den Midianitern, ein Volk, das auf der südlichen Sinaihalbinsel  und der nördlichen arabischen Halbinsel nomadisierte und in enge Beziehung zum Volk Israel getreten war, Moses selbst war mit dem Priester von Midian verschwägert (Ex 2, 21). Von den Midianitern bekam der  König von Moab offenbar den guten Rat, den Propheten Bileam anzuheuern, um Israel zu verfluchen (Num 22,4). Wie eine alte Inschrift aus Der Alla bezeugt,  genoss Bileam auch außerbiblisch einen guten Ruf als Seher und Flucher (6). Die Bibel macht sich freilich über den heidnischen Seher und Flucher lustig, der weniger sah als seine sprechende Eselin (Num 22, 21-34) und segnet statt zu fluchen. Seine begeisterten Lobsprüche über Israel, die viel positiver sind als alles, was den biblischen Propheten sonst über ihr Volk einfiel, galten nichtsdestotrotz als Bestätigung von unabhängiger Seite und gehören zu den beliebtesten Bibelstellen….