Braune Schatten auf dem Unabhängigkeitskampf

15.10.2011                      17.Tischrei. 5772                       Chol Hamo'ed 1

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Braune Schatten auf dem Unabhängigkeitskampf

In der "NZZ" erklärt Najem Wali, warum Friedenspreisträger Boualem Sansal in der arabischen Welt totgeschwiegen wird. In der "Welt" sieht der Bookerprize-Träger Howard Jacobson keinen Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus.

Der irakische Schriftsteller Najem Wali stellt sich in Literatur und Kunst hinter den Friedenspreisträger Boualem Sansal. In der arabischen Welt werde Sansal vor allem deshalb totgeschwiegen, erklärt Wali, weil er "das sakrosankteste Tabu" gebrochen und die "Glorie der Unabhängigkeitsbewegung" angekratzt habe: "Auch die Verbindungen der algerischen Revolutionäre zu deutschen Nationalsozialisten blieben ein Tabuthema. Wer darüber zu schreiben wagt, muss entweder ein Sympathisant der Juden sein oder nach dem Literaturnobelpreis schielen – denn gemäß der unter arabischen Intellektuellen gängigen Auffassung ziehen die Juden auch bei der Vergabe dieser Auszeichnung die Fäden. All dies ist nicht neu; neu ist lediglich, dass sich ein arabischer Autor gegen die offiziöse patriotische Heuchelei immunisiert und das Totgeschwiegene ausgesprochen hat." Auch Sansals Übersetzerin Regina Keil-Sagawe schreibt zur morgigen Verleihung des Friedenspreis an Sansal….