Das Dilemma der Besatzung

01.02.2013                      21.Schwat. 5773

Auch nach den Wahlen:

Das Dilemma der Besatzung

Nur Israel selbst kann entscheiden, wie es in der Zukunft mit der Situation im Westjordanland umgehen wird.

Die Aufrechterhaltung der Besatzung des Westjordanlandes hält die palästinensische Bevölkerung in einer prekären Lage und bringt zahlreiche Gefahren für die israelische Gesellschaft und den israelischen Staat mit sich. Die permanente Diskussion über Möglichkeiten eines wie auch immer gearteten Rückzugs ist daher nur allzu verständlich. Weit über die zionistische Linke hinaus wird die Notwendigkeit gesehen, sich auf die äußeren Bedrohungen wie das iranische Atomprogramm zu konzentrieren, und es gibt zahlreiche weitere Gründe, einen wie auch immer im Einzelnen zu realisierenden Rückzug aus den besetzten Gebieten zu befürworten – und ebenso viele, die dagegen sprechen, in Diskussionen in Europa aber kaum Erwähnung finden. Es fragt sich, inwiefern ein Rückzug durch Israels Feinde nicht zwangsläufig als Ermunterung zur Eskalation ihres Kampfes verstanden werden muss. Und es fragt sich auch, warum sich kaum jemand dafür interessiert, wie es in einem “Staat Palästina” um die Rechte von Frauen und Homosexuellen bestellt wäre und warum die Etablierung eines solchen Staates wie selbstverständlich dazu führen würde, dass dort keine Juden mehr leben dürften, während im israelischen Kernland mehr als eine Million Araber als gleichberechtigte Staatsbürger wohnen….