Der Aufstand in Syrien bedroht auch die libanesische Hisbollah

07.08.2011                      07.Aw-Elul, 5771

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Der Aufstand in Syrien bedroht auch die libanesische Hisbollah

Schiitenmiliz hält zu Assad, der den Waffennachschub aus dem Iran sichert. Die Allianz mit dem Diktator beschädigt aber ihren Ruf bei den Arabern. Empörte Syrer verbrennen zum ersten Mal auch Bilder von Hisbollah-Chef Nasrallah….

Ali macht sich Sorgen. Er weiß, dass seiner Miliz schwere Zeiten bevorstehen. "Das, was in Syrien passiert, betrifft auch uns", sagt er, "denn wir und das syrische Regime sind fest aneinandergebunden." Syrien zählt neben Iran zu den wichtigsten Unterstützern der Hisbollah. Und jetzt, wo die Proteste in Syrien sich unaufhaltsam ausweiten, gerät nicht nur das Regime von Präsident Baschar al-Assad, sondern auch die Hisbollah unter zunehmenden Druck. Nach außen hat sich die Partei-Miliz vollständig abgeschottet. "Ich würde gerne ein Interview geben, doch wir haben Anweisungen, uns nicht zu äußern", sagte am Tag zuvor ein Parlamentsabgeordneter der Hisbollah. Die Organisation, deren politischer Arm die libanesische Regierung dominiert, will sich so wenig exponieren wie möglich. Selbst Generalsekretär Hassan Nasrallah hat sich bislang erst einmal zu Syrien zu Wort gemeldet. In einer Rede am 26. Mai stellte er die Protestbewegung als israelisch-amerikanische Verschwörung dar: "Wir rufen alle Syrer dazu auf, ihr Regime zu erhalten und ihren Führern die Chance zu geben, die nötigen Reformen einzuleiten."…