Der Feind im eigenen Volk

16.12.2011                      20.Kislev. 5772

Radikale Siedler im Westjordanland:

Der Feind im eigenen Volk

Die Gewalt jüdischer Siedler im Westjordanland hat eine neue Qualität erreicht: Sie richtet sich nicht mehr nur gegen die palästinensische Bevölkerung. Gewalttätige Israelis greifen Soldaten an, die für ihren eigenen Schutz verantwortlich sind. Der Aktionismus der Führung in Jerusalem wirkt billig, denn sie unterstützt die zügellose Landnahme und hat den inneren Feind selbst genährt.

Gegen seine Feinde ist Israel gewappnet wie kaum ein anderes Land – mit Kampfjets und Drohnen, mit Panzern und U-Booten und nicht zuletzt mit einer Atombombe. Der jüdische Staat ist ein gestählter Staat, und er muss es wohl sein angesichts der bis heute andauernden Bedrohung. Doch gefährdet ist Israel längst nicht mehr nur von außen. Ein Feind wächst auch im Innern heran, der Steine wirft und Brandsätze und selbst vor Angriffen auf die Armee nicht mehr zurückschreckt. Es sind die radikalen Siedler im Westjordanland, die den israelischen Staat nun offen herausfordern. Und in Jerusalem zeigt sich die sonst so kraftstrotzende Regierung plötzlich nur noch bedingt abwehrbereit….