Der Jüdische Friedhof am Ölberg

30.09.2011                      02.Tischrei. 5772                      Rosch Haschanah 2

Jerusalem:

Der Jüdische Friedhof am Ölberg

Der Ölberg ist der größte jüdische Friedhof der Welt. Dass sich von den mehr als 70.000 Gräbern die Altstadt mit allen Heiligtümern überblicken lässt, ist kein Zufall, sondern folgt dem Masterplan für das Ende der Welt: der Ankunft des Messias.

Suleiman wartet auf ihn. Jeden Tag. Seit mehr als 60 Jahren. Er weiß nicht, wann der Messias kommen wird, aber eines ist sicher: Er wird über den Ölberg kommen und von hier mit all den auferstandenen Toten in die Jerusalemer Altstadt einziehen. So steht es im Alten Testament. Bis es soweit ist, lässt sich der sonnengegerbte Mann in Beduinentracht mit seinem weißen Esel gegen ein Trinkgeld fotografieren.
Täglich ergießen sich Ströme von Besuchern über die biblischen Orte des Ölbergs wie den Garten Gethsemane, wo Judas Jesus verraten haben soll. Immer entlang einer niedrigen Mauer schlängeln sie sich den schmalen, steilen Weg hinauf. Hinter der Mauer liegen totenstill und blendend weiß die Gräber des jüdischen Friedhofs. Die Steinwüste bedeckt die Hänge des Ölbergs. Von der Spitze bis zum Fuß erstreckt sich das steinerne Meer über die Hänge. Die meisten Grabplatten liegen flach auf den Ruhestätten, um den Blick auf Jerusalem, die heilige Stadt, nicht zu verdecken. Kein Vogelgezwitscher ist zu hören. Kein Baum spendet Schatten. Nur der Wind pfeift über die Gräber….