Der Wahltag im Januar 2013

23.01.2013                      12.Schwat. 5773

Hintergrund:

Der Wahltag im Januar 2013

Im staatlichen Radio „Kol Israel“ meldet sich wiederholt der Vorsitzende der israelischen Wahlkommission, Richter Eljakim Rubinstein, zu Wort. Er betont, laut Wahlgesetz sei eine Beeinflussung der Wähler durch „Schwur, Verfluchung, Exkommunizierung, Bann, Gelübde“ oder auch „das Versprechen eines Segens“ illegal. Tatsächlich ist Israel kein Land wie jedes andere. Wo sonst müsste man Segen oder Fluch als Mittel der Wahlbeeinflussung gesetzlich verbieten und dies dann auch noch stündlich am Wahltag durch die elektronischen Medien anmahnen?

Um die Mittagszeit zeichnet sich „die höchste Wahlbeteiligung seit mehr als einem Jahrzehnt“ ab. Gegen Abend beginnt die Begeisterung dann aber schnell zu verebben. Vielleicht hatte die außergewöhnlich hohe Zahl der Urnengänger in der ersten Tageshälfte ja eine ganz natürliche Erklärung: Aufgrund des frühsommerlichen Januarwetters nutzten Zigtausende Israelis den Feiertag zu einem Ausflug in die Natur. Dass Jerusalem kaum mehr als eine Woche zuvor im Schnee versunken ist, bezeugen nur noch umgestürzte Bäume. Am Wahltag steigen die Temperaturen auf 25 Grad Celsius. Die sonst so karge Landschaft des gelobten Landes grünt und blüht nach den überreichen Niederschlägen der ersten Januarhälfte. Die Cafés auf den Straßen sind überfüllt, in Parks und auf den Plätzen der Stadt herrscht Picknickstimmung….