Deutsche und osteuropäische Juden in Augsburg 1945-50

18.11.2011                      21.Cheschwan. 5772

Geschichte:

Deutsche und osteuropäische Juden in Augsburg 1945-50

“Eine Zusammenarbeit mit unseren Glaubensbrüdern aus dem Osten war praktisch unmöglich”.

Den Tag der Befreiung vom nationalsozialistischen Terror konnten nur noch einige Dutzend alteingesessene Augsburger Juden feiern. Sie hatten das NS-Regime in Mischehen oder im Untergrund überlebt. Zudem kehrten im Mai 1945 noch deutsche Juden aus dem Ghetto Theresienstadt in ihre Heimatstadt zurück. Unter der Leitung von Hugo Schwarz schlossen sich diese Personen zu einer „Jüdischen Vereinigung“ zusammen, aus der sich im Frühjahr 1946 die, von den Behörden offiziell anerkannte, Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Augsburg konstituierte. Gleichzeitig hatten sich kurz nach Kriegsende jüdische Displaced Persons (DPs) in der Stadt angesiedelt. Diese Gruppe bestand aus ehemaligen Häftlingen der Arbeits- und Konzentrationslager. Rasch gründeten diese Personen ein eigenes „Jüdisches Komitee“, einen Ortsverband des „Zentralkomitees der befreiten Juden“, der schon im Dezember 1945 rund 70 Mitglieder zählte.

Aufgrund von Pogromen in Osteuropa flüchteten im Laufe des Jahres 1946 zehntausende von zumeist polnischen Juden in die US-Besatzungszone. Dort hatten die Amerikaner spezielle Auffanglager für die Shoa-Überlebenden errichtet. Da die Sammelunterkünfte nicht ausreichten, wurden außerdem in vielen Städten Wohnungen oder Häuser beschlagnahmt und den jüdischen Flüchtlingen zur Nutzung überlassen. In Augsburg verzeichnen die Statistiken im September 1946 über 350 osteuropäische Juden. Ihr soziales und administratives Zentrum war die Synagoge mit ihren großzügigen Nebengebäuden in der Halderstraße….