Die jüdische Kameradin

11.07.2011                      09.Tammus, 5771

Bundeswehr:

Die jüdische Kameradin

Sie wollte zur Bundeswehr, um notfalls ihr Land zu schützen. Diese Entscheidung musste sie an allen Fronten verteidigen.

Wie es dazu kam, dass sie, die Jüdin Anne Külow, zur Bundeswehr ging, kann sie selbst nicht mehr so genau sagen. Vielleicht begann alles mit diesem Streit, den sie in der 9. Klasse hatte, da war sie 15. Anne Külow besuchte die Jüdische Oberschule in Berlin. Ein Junge aus der 7. Klasse prahlte in der Pause damit, er wolle Kampfflieger werden in der israelischen Armee, da könne er Palästinenser »abballern«. Anne Külow hätte diesen Spruch einfach ignorieren können, der Junge war fast noch ein Kind und sie selbst nicht viel älter. Aber sie war schon damals keine, die klein beigibt, wenn es ums Prinzip geht. Stattdessen entspann sich eine »Diskussion«, an die sie sich heute noch erinnert. Es ging um Krieg und Frieden und darum, dass nicht jeder Palästinenser automatisch ein Feind der Israelis sei. »Man kann doch Menschen nicht in Schubladen stecken!«, sagte Anne Külow. Sie ist selbst eine, die überall und nirgendwo dazugehört. Deshalb ging es in dem Streit eigentlich um viel mehr: um falsch verstandene Loyalität und auch darum, ob das Judentum im Kern schlicht eine Religion ist oder eine Volkszugehörigkeit….