Die Koffer sind ausgepackt

16.10.2012                      30.Tischrei. 5773                      Rosch Chodesch 1

Deutsch-jüdisches Leben nach 1945:

Die Koffer sind ausgepackt

Für die meisten Juden schien ein Leben in Deutschland nach 1945 undenkbar und dennoch hielten sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit rund 200.000 Überlebende der Shoa im Land der Täter auf – mehrheitlich osteuropäische Juden, die vor Pogromen in ihrer Heimat geflohen waren und in den sogenannten Displaced Persons (DP) Camps einer ungewissen Zukunft entgegensahen. Bis zum Ende der 1940er Jahre verließen bis auf etwa 20.000 Juden das von vielen als „blutgetränkte deutsche Erde“ bezeichnete Land und siedelten sich zumeist im neu entstandenen Staat Israel oder in einem der klassischen Emigrationsländer in Übersee an. Die Minderheit, darunter viele deutsche Juden, blieb aus unterschiedlichsten Motiven in Deutschland, sei es aus gesundheitlichen, politischen oder privaten Gründen, und begannen die zerstörten jüdischen Gemeinden wieder aufzubauen….