Die Meinhardts (V)

02.05.2011                      28.Nisan, 5771                      Holocaust-Tag; Tag 13 des Omer

Geschichte:

Die Meinhardts (V)

Diese Schrift ist dem Andenken unserer Großeltern Franz Meinhardt und Margarethe Meinhardt, geb. Löwenthal gewidmet, die 1942 im Holocaust umgekommen sind. Sie ist auch unseren Eltern Gerd Meinhardt und Käte Meinhardt, geb. Luft gewidmet, die 1939 Nazi Deutschland verlassen konnten und in Chile Aufnahme und Schutz fanden, um dort ein neues Leben beginnen zu können. Sei ihr Andenken selig. (Z.L.).

In den ersten Jahren in Chile gab es noch Briefkontakt mit Schwedt. Die Briefe wurden zensiert, manchmal dreimal geöffnet. Es gab sogar Luftpost, die Südamerika über Portugal mit Deutschland verband. Zwischen den Zeilen konnten meine Eltern lesen, dass dort die Lage für meine Großeltern immer schlimmer wurde. Die Großeltern erfuhren noch von der Geburt ihres ersten Enkelkindes, Michael, und konnten dies noch durch einen Brief  bestätigen. Ab Frühjahr 1942 kamen aber keine Antworten mehr zurück und der Briefverkehr verstummte. Vater war sehr besorgt darüber. In der Kultusgemeinde, in der unsere Eltern Mitglieder geworden waren, kursierten die ersten, nicht bestätigten Gerüchte über Deportationen von Juden in den Osten. (Diese Kultusgemeinde war die liberale deutschsprachige Kultusgemeinde “Bnei-Isroel” in Santiago (auch “Jeckes” genannt), der die meisten  jüdischen Flüchtlinge aus Mitteleuropa beigetreten waren)….