Die Narben von Haifa

14.07.2012                      24.Tammus. 5772                       Pinchas

Bücher:

Die Narben von Haifa

Die israelische Historikerin Yfaat Weiss erzählt von den sozialen Spannungen und den "verdrängten Nachbarn" in Israels wichtigster Hafenstadt.

Inmitten der Kriegswirren um die israelische Unabhängigkeit im Frühjahr 1948 besuchte Golda Meir Haifa. Die damalige Vorsitzende der Politischen Abteilung der Jewish Agency traf kurz nachdem die arabische Bevölkerung die Kontrolle verloren hatte, in der Stadt ein. Sie bat darum, die Viertel aufzusuchen, in denen noch Araber lebten. Ja'akov Lublini, nun der Kommandant der Stadt Haifa, beschrieb Golda Meirs Besuch in einem Haus der Muchallistraße folgendermaßen: "Wir stiegen die Treppe hinauf, die Wohnungen in den ersten beiden Stockwerken waren verlassen. Als wir ins dritte Stockwerk gelangten, kam uns eine alte Araberin entgegen, die Bündel in ihren Händen trug. Als Golda sie sah, blieb sie vor ihr stehen und brach in Tränen aus. Golda verharrte, blickte sie an, und Tränen strömten über ihr Gesicht. Die beiden Frauen standen da und weinten." Golda Meir selber notierte einige Tage nach dem Besuch: "Ich betrat die Häuser, es gab Häuser, wo der Kaffee und die Brotfladen auf dem Tisch zurückgeblieben waren, und ich konnte nicht anders, als mir vor Augen zu führen, dass das sicher das Bild in vielen jüdischen Städtchen gewesen war"….