Die rote Kuh

01.07.2011                      29.Siwan, 5771

Judentum:

Die rote Kuh

Parascha 386. Ansprache für Freitag, den 1. Juli 2011.

Der kommende Schabbat heißt nach dem Wochenabschnitt aus dem 4.  Buch Moses schlicht „Satzung“ (Chukat). Denn der Abschnitt beginnt mit der sonderbaren Satzung über die rote Kuh (Para Aduma). Mit der Asche einer  solchen Kuh wurden in biblischen Zeiten Reinigungsriten vorgenommen (Num 19, 1 ff.). Kam jemand mit einem Toten in Berührung, so galt er als hochgradig unrein und wurde vorübergehend aus der Gemeinschaft der Lebenden ausgeschlossen.

Priester traf ein solcher Ausschluss besonders hart, weil sie in diesem Zustand keine heiligen Opfergaben mehr genießen durften. Zur Reinigung von der Totenunreinheit war die folgende Prozedur vorgesehen: Ein Priester schlachtete und verbrannte eine ganz und gar rote Kuh, dann setzte er rötliches Zedernholz und roten Farbstoff zu ihrer Asche hinzu und löste diesen hochroten Stoff in Quellwasser auf. Mit dieser blutähnlichen Lösung besprengte er sodann den Totenunreinen. So sollte vermutlich die Ausbreitung der Leichenblässe vermieden werden….