Die Schulgründerin Paula Fürth

19.12.2011                      23.Kislev. 5772

Strakonitz – Wien – Bristol:

Die Schulgründerin Paula Fürth

Paula Fürth betrieb in der Ersten Republik eine der drei heute vergessenen privaten Wiener Gartenbauschulen, die alle von Frauen aus dem jüdischen Bürgertum gegründet und geleitet wurden. Paula Fürth wurde am 19. April 1897 im südböhmischen Strakonitz als jüngstes von vier Kindern des wohlhabenden Ehepaars Adolf und Helene Fürth geb. Dub geboren.

Der Teil der weitverzweigten Familie, dem Paula Fürth entstammte, betrieb eine Fezfabrik. Um 1900 übersiedelte die Familie nach Wien. Als Kind erkrankte Paula Fürth an Kinderlähmung. Die Krankheit griff ihre Hände an und führte dazu, dass die zarte, im Alter weisshaarige Frau zeit ihres Lebens hinkte.

Minna Bernays, unverheiratete Schwester von Martha Freud geb. Bernays, war bis 1896, als sie zu Martha und Sigmund Freud zog, Gesellschafterin bei Paula Fürths Grossmutter Emma Dub, geb. Schwab. Über Minna Bernays war die Familie Fürth eng mit den Freuds befreundet. Die Familien verbrachten mehrere gemeinsame Urlaube und botanisierten bei Spaziergängen rund um Lavarone im Trentino. Paula Fürth pflegte in ihrem Garten wertvolle Pflanzen, die Sigmund Freud von seinen Patienten geschenkt bekommen hatte. Mathilde, die älteste Tochter von Martha und Sigmund Freud, heiratete Robert Hollitscher, einen Onkel Paula Fürths. Die Freundschaft Paula Fürths zur etwa gleichaltrigen Anna Freud reichte bis in das Exil in England….