Die Vereinigung des Heiligen mit der Gegenwart

29.12.2011                      03.Tewet. 5772

Eros und Kabalah:

Die Vereinigung des Heiligen mit der Gegenwart

Das Judentum wird allgemein als die Quelle des Monotheismus aufgefasst. Dies scheint die deutlichste Aussage der Religionsgeschichte zu sein. Jedoch ist in vielen Versionen des Gebetbuches, des am meisten verbreiteten jüdischen Buches, eine alarmierende aramäische Formel zu finden: Le-shem jihud qudesha berikh hu u-shekhinteih.

Dieser kabbalistische Ausspruch findet sich in vielen Fassungen des Gebetbuches, welches schon seit vielen Generationen der vorneuzeitlichen jüdischen Geschichte täglich von den meisten Juden benutzt wird. Er geht der Rezitation einiger Gebete und dem Vollzug einiger Gebote, oder gemäss anderer Varianten, aller Gebote voraus. Wörtlich übersetzt lautet er: “[Die Liturgie wird vollzogen] um der Vereinigung willen zwischen dem Heiligen, gepriesen sei er, mit seiner göttlichen Gegenwart.”…