Die Wende

25.07.2012                      06.Aw. 5772

Islamische Welt:

Die Wende

Die islamische Welt hat in den vergangenen Jahrzehnten Turbulenzen erlebt wie selten. Das hatte vor allem mit der Moderne zu tun. Säkulare Kräfte haben es noch immer schwer.

Nach dem Junikrieg des Jahres 1967, dem „Sechstagekrieg“, veröffentlichte der libanesische Intellektuelle Salah al Munadschid einen Essay, dessen deutsche Fassung den Titel „Wohin treibt die arabische Welt?“ trug. Es war ein Werk der Panik und der Verzweiflung. In nur wenigen Tagen waren die Araber, allen voran die Ägypter und die Syrer, in diesem Jahr von dem kleinen Israel vernichtend geschlagen worden. Al Munadschid, dessen Buch von Harald Vocke – zu jener Zeit Nahost-Korrespondent der F.A.Z. – ins Deutsche übertragen worden war, warf seinen Landsleuten vor, sie seien Götzendiener geworden; ihr Tanz um das Goldene Kalb des arabischen Nationalismus sei vom Gegner bestraft worden. Nur die Rückkehr zu einem authentischen Islam, zur angestammten Frömmigkeit und Glaubensstärke, kurz: zu den alten Tugenden und dem geistigen Kern der eigenen Kultur könne die arabische Welt wieder stark machen….