Ein Unermüdlicher

04.08.2011                      04.Aw-Elul, 5771

Karl Pfeifer:

Ein Unermüdlicher

Zum Film Zwischen allen Stühlen. Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer.

Ein ungewöhnlicher Mensch. Ein langes, streitbares Leben als Jude, Publizist und Lebenskünstler. Ein technisch und thematisch gut gemachter Film. Und dies alles zusammen. In 90 Minuten. Erstellt von einem jungen Autorenteam um die engagierten Wiener Forscher und Publizisten Mary Kreutzer und Thomas Schmidinger, unterstützt durch Daniel Binder, Ingo Lauggas und Maria Pohn-Weidinger: „Was, Filme drehen die auch noch?“, fragte ich mich verwundert. Der Tag hat doch nur 25 Stunden. Und schlafen sollte man auch noch. Dies machte mich neugierig.

Früher, dies möchte ich voraus schicken, ist er mir verschiedentlich etwas auf den Geist gegangen. Ich empfand eine von Sympathie getragene Ambivalenz, die auch die Möglichkeit einer entschiedenen Ablehnung enthielt. Ich erlebte ihn in seiner Rolle als unermüdlichen, bestens informierter Kommentator zu jüdischen Themen, beim jüdischen Internetmagazin haGalilKarl Pfeifer war sein Name.

Ich hatte diesen Namen verschiedentlich gehört, wusste jedoch nichts Näheres. Er war Österreicher. Nun gut, das erklärt manches. Mit einigen Österreichern habe ich mich beschäftigt. Karl Pfeifer gehörte bisher nicht dazu. Über seine bewegte Vita, sein Lebensalter (er war seinerzeit bereits um die 80) wusste ich nahezu nichts. Über einen meiner Freunde, dies möchte ich noch hinzufügen – dieser war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben – hatte er sich einmal in einem seiner Kommentare in einem abwertenden Gestus geäußert. „Dieser Herr Pfeifer ist wohl doch eher unsympathisch“, sagte ich mir….