Eine jüdische Stadt in Wetzlar

03.01.2014                      02.Schwat.5774

Geschichte:

Eine jüdische Stadt in Wetzlar

Kaserne als Wartesaal für über 4.000 Überlebende der Shoa – Auch in der Stadt gründete sich eine kleine jüdische Nachkriegsgemeinde.

Im September 1946 hatte die amerikanische Militärregierung in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne am Rande von Wetzlar ein Lager für jüdische Displaced Persons (DP), also entwurzelte und verschleppte Menschen, eingerichtet. Überall in Hessen waren zu dieser Zeit solche Unterkünfte für Juden zu finden, wie etwa in Kassel, Dieburg, Frankfurt oder Eschwege. Zwischen 1945 und 1950 befanden sich bis zu 200.000 Überlebende der Shoa in Deutschland. Die westlichen Alliierten – insbesondere die US-Militärregierung – gewährte den Menschen weitreichende Selbstbestimmungsrechte. Die zumeist aus Osteuropa stammenden DPs betrachteten ihren Aufenthalt im Land der Täter jedoch nur als zeitweilig; sehnsüchtig warteten sie auf eine Möglichkeit zur Auswanderung nach Israel oder Übersee….