Eine traurige Symphonie

04.08.2011                      04.Aw-Elul, 5771

Judentum:

Eine traurige Symphonie

Der jüdische „Volkstrauertag“ am nächsten Montagabend und Dienstag erinnert an die Zerstörung der beiden Tempel am 9. des hebräischen Monats Aw (Tischa BeAw) sowie an viele andere nationale Katastrophen. Zu diesem Anlass stimmen wir die biblischen Klageliedersowie traurige Elegien (Kinnot) aus der späteren Leidensgeschichte Israels an. DieKlagelieder beginnen mit den Worten: „Wie sitzt einsam die Stadt die volkreiche?“ Auf Hebräisch heißen sie nach dem ersten Wort des Textes: „Ejcha“, „Wie?“. Im traditionellen Melos ist dieses erste „Wie?“ mit einem starken Pausenzeichen (Munach) versehen. Es klingt wie ein tiefer Seufzer und wie eine offene Frage: „Ach, wie?“, „Wie nur?“. Angesichts der großen nationalen Katastrophen erhob sich diese gleiche schwere Klage, diese gleiche schwere Frage immer wieder: „Wie konnte das nur geschehen?“, „Wie konnte Gott das nur zulassen?“…