„Elgar ist ein universeller Komponist“

13.01.2012                      18.Tewet. 5772

Musikszene:

„Elgar ist ein universeller Komponist“

Seit 1979 stand Edward Elgars Oratorium „The Dream of Gerontius“ nicht mehr auf dem Programm der Berliner Philharmoniker. Nun bringt Daniel Barenboim die Rarität wieder zur Aufführung. Mit uns (FR) sprach der Dirigent über Sterben, Glaube und Musik.

Herr Barenboim, warum soll man sich Elgars „The Dream of Gerontius“ anhören?

Es gibt mehrere Gründe. Zum einen das Sujet. Das ist eine Frage, die jeden von uns beschäftigt – egal ob König, Bundespräsident, Künstler oder Arbeiter. Nämlich die Frage: Was passiert nach dem Leben? Edward Elgar, angeregt durch den Text von John Henry Kardinal Newman, hat hier den Versuch unternommen, sich vorzustellen, was mit einem Menschen geschieht in dessen letzten Augenblicken. Und diese Augenblicke vor dem Sterben beschäftigen uns alle irgendwann – auch wenn wir nicht an eine Welt nach dem Leben glauben. Die Mischung aus Angst und Hoffnung – Angst vor dem Tod und Hoffnung auf eine künftige Welt, die für Katholiken wie Elgar und Newman natürlich viel stärker wiegt als für Nicht-Gläubige – macht „The Dream of Gerontius“ zu einem sehr menschlichen Stück….