Erdogan, Assad und das Schachspiel in Nahost

10.08.2011                      10.Aw-Elul, 5771

Syrien:

Erdogan, Assad und das Schachspiel in Nahost

Arabische Staaten ziehen ihre Botschafter aus Damaskus ab, die Arabische Liga kritisiert Syrien scharf, die Türkei schickt ihren Außenminister Ahmet Davutoglu, um Staatschef Bashar Assad eine "letzte Warnung" zu überbringen: Die Gewalt der syrischen Armee gegen die Opposition lässt den Druck der Nachbarn auf die syrische Führung wachsen.

Doch das Engagement der Akteure zwischen Ankara und Riad ist nicht nur eine Reaktion auf Gräueltaten an der syrischen Zivilbevölkerung. Es geht um die politische Gewichtsverteilung in der Region.
Mit Sorge sehen Araber und Türken, dass die Unruhen in Syrien die Regierung Assad mit einem Land zusammenschweißt, dessen Einfluss in der Region ohnehin schon stark gestiegen ist: Iran. Assad ist international zum Buhmann geworden, doch Teheran unterstützt ihn. Es ist unübersehbar, wie gut der Iran und Syrien zusammenarbeiten. Davutoglu bestätigte erst kürzlich, dass die türkischen Behörden eine Waffenlieferung auf dem Weg vom Iran nach Syrien abgefangen haben, die offenbar für die Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon bestimmt war….