“Es war richtig, wieder anzufangen”

27.05.2011                      23.Ijar, 5771                      Tag 38 des Omer

Bücher:

“Es war richtig, wieder anzufangen”

Die Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. von 1945 bis heute.

„Ich hörte den vertrauten Dialekt und ich sah die vertrauten Ansichten. Und dann hatte ich den fruchtbaren Drang, von all dem zu fliehen, meinen Jeep zu nehmen und wegzurasen und die schrecklichen Erinnerungen auszuwischen“, notierte der US-Offizier Walter H. Rothschild am 3. April 1945. Neun Jahre zuvor war er gezwungen, aus seiner Heimatstadt Frankfurt ins nordamerikanische Exil zu flüchten.

Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme lebten in der hessischen Metropole etwa 30.000 Juden, die sich als wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft und als deutsche Staatsbürger fühlten. Als die US-Armee am 29. März 1945 in Frankfurt einmarschierte, lag die Stadt in Schutt und Asche, etwa die Hälfte der Wohnungen war zerstört. Inmitten der Trümmer hatten nur einige hundert Juden den Tag ihrer Befreiung erlebt. Die einst zweitgrößte jüdische Gemeinschaft in Deutschland war nahezu vollständig ausgelöscht….