Explosiver Fasching in Israel

11.03.2012                      17.Adar. 5772

"Rote Farbe":

Explosiver Fasching in Israel

Das Wochenende in Israel stand ganz im Zeichen des Purimfestes, des jüdischen Faschings. Die Aufmerksamkeit galt den traditionellen Karnevalszügen. Auf den Straßen gab es Prinzessinnen und Cowboys, aber auch solche, die sich als „Facebook“ oder „Twitter“ verkleidet haben. Im Rundfunk wurde brüllend gelacht. Die schönsten alten Satiren wurden gesendet.

„Zu was hat sich eigentlich dieser Avigdor Lieberman verkleidet“, ulkten Teilnehmer einer Talkshow über den Außenminister, nachdem in einer erfundenen Nachrichtensendung Netanjahu, Putin und Obama durch den Kakao gezogen worden waren. „Rote Farbe, Rote Farbe in Beer Schewa“, platzte es in die Sendung hinein. Das war tiefer ernst. Zwei Minuten später wurden die Lacher des Purim-Programms schon wieder leise geschaltet: „Rote Farbe, Rote Farbe in Aschdod.“ Zusätzlich zu Sirenengeheul wird bei Luftangriffen im Radio der Spruch „Rote Farbe“ gesendet.
Es begann am Freitag Morgen. Zwei Mörsergranaten aus dem Gazastreifen explodierten in einem Feld bei Sderot, „ohne Schaden anzurichten und ohne Opfer“. Militärexperten zeigten sich überrascht. Der Mörserangriff sei „unprovoziert“, ohne vorherigen israelischen Angriff gekommen. Ihnen war unverständlich, wieso Extremisten der „Populären Widerstandskomitees“ am helligten Tag Israel angriffen.
Am Nachmittag schlug die israelische Luftwaffe zurück, gemäß dem seit Ende des Gazakriegs im Januar 2009 aufgestellten Prinzip, auf jeden Angriff aus Gaza zu antworten.
Offenbar gut informiert trafen zwei israelische Raketen einen blaufarbenen Fiat Uno. Darin saßen Suhair al-Qaissi, Generalsekretär der „Populären Wiederstandskomitees“, und Mahmoud Hanani, sein Stellvertreter. Al-Qaissi hat nach israelischen Angaben den Terroranschlag im August an der ägyptischen Grenze nördlich von Eilat befehligt, der acht israelische Todesopfer zur Folge hatte….