Farbe bekennen

10.10.2011                      13.Cheschwan. 5772

Kommentar:

Farbe bekennen

Nun ist es amtlich: Der Iran hat ein militärisches Atomprogramm verfolgt und tut dies aller Wahrscheinlichkeit nach noch immer. Das sagen Experten und westliche Regierungen seit Jahren. Aber es macht eben einen Unterschied, wenn es auch von der höchsten Autorität in diesen Angelegenheiten festgestellt wird, der Atomenergiebehörde in Wien. Die IAEA war unter ihrem alten Chef Mohammed al-Baradei sehr zurückhaltend und hat Teheran wiederholt die Möglichkeit eröffnet, Zeit zu schinden.

Nun, unter dem Japaner Yukiya Amano, konnte und wollte sich die Behörde der Flut an Belegen nicht mehr entziehen und hat endlich den Bericht über die militärischen Dimensionen des Programms vorgelegt. Darin wird deutlich, dass der Iran schon am Design eines Atomsprengkopfs arbeitete, noch bevor er die Urananreicherung begonnen hatte. Hilfe bekam Teheran von Nordkorea, vom Vater der pakistanischen Bombe, Abdul Qadir Khan, und von einem russischen Atomwissenschaftler. Pjöngjang soll insbesondere dabei geholfen haben, die Schahab-3-Rakete so weiterzuentwickeln, dass sie einen Nuklearsprengkopf tragen kann; außerdem war Nordkorea bei Simulationen behilflich….