Flucht ins Feindesland

13.11.2013                      10.Kislew.5774

Syrer in Israel:

Flucht ins Feindesland

In Israel wurden schon mehr als 500 verletzte Syrer behandelt, Tendenz steigend. Kehren sie später wieder ins Bürgerkriegsland zurück, müssen sie über die Umstände ihrer Genesung beim Erzfeind schweigen.

Aiman haben es die Seifenblasen angetan. Immer wieder pustet er neue in die Luft und verfolgt mit seinen großen schwarzen Augen ihren Flug. Die israelische Krankenschwester muss dem acht Jahre alten Jungen helfen. Sein rechter Arm ist von der Schulter bis zur Hand dick einbandagiert. Er kann ihn nicht bewegen, aber er lacht trotzdem schon wieder. Vor zwei Monaten gab es im Haus seiner Familie in Syrien einen lauten Knall. „Alles war dunkel und voller Rauch“, erzählte Aimans Vater später den israelischen Pflegern. Er liegt in der orthopädischen Abteilung des Krankenhauses von Safed, nur wenige Zimmer von seinem Sohn entfernt. Nachdem ein Geschoss das Haus getroffen hatte, wollte der Vater seinen Sohn in Sicherheit bringen. Aber die Wucht der Explosion hatte ihm eine Hand abgerissen. Aimans rechter Arm wurde schwer verletzt und hängt seitdem schlaff herab….