Friedliche Koexistenz auf dem Schulhof

23.07.2011                      21.Tammus, 5771                      Matot

Jerusalem:

Friedliche Koexistenz auf dem Schulhof

In der Heiligen Stadt, in der sich Juden und Araber meist aus dem Weg gehen, ist die „Hand-in-Hand-Schule“ direkt an der an der Grünen Linie eine erstaunliche Ausnahme. Unterrichtet wird auf Arabisch und Hebräisch.

Die Schule ist ein Armutszeugnis für die Stadt. Den langgestreckten Bau mit mehreren Pavillons durchzieht ein Garten. Gäbe es nicht den Spielplatz und die Sportanlagen, könnte man den großzügigen Campus der „Hand-in-Hand-Schule“ in Jerusalem auch für ein Museum halten. Aber dafür geht es auf dem Fußballplatz viel zu munter zu. In Hebräisch und Arabisch bejubeln die Spieler die Tore oder beschweren sich über ein Foul. Das sind ungewohnte Töne in der Heiligen Stadt, in der sich Juden und Araber oft aus dem Weg gehen.
Die Hand-in-Hand-Schule liegt genau zwischen dem jüdischen Viertel Patt und dem arabischen Stadtteil Beit Safafa an der Grünen Linie. Seit 1967, als die israelische Armee auch die arabischen Stadtteile jenseits der alten Waffenstillstandslinie eroberte, ist die Stadt aus israelischer Sicht „wiedervereint“. Doch die 242 arabischen und 221 jüdischen Schüler, die in der Hand-in-Hand-Schule gemeinsam lernen, sind die Ausnahme geblieben: Insgesamt gibt es in Jerusalem fast eine Viertelmillion Schulkinder, aber auch nach 44 Jahren nur eine zweisprachige Schule – rund ein Drittel aller Einwohner der Stadt sind Araber….